Mittwoch, November 16, 2016

Das Land der begrenzten Unmöglichkeiten: Selber denken unerwünscht?!

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Zur Abwechslung die Konsequenzen des eigenen Handelns tragen

Donald Trump. Momentanes Lieblingsziel aller satirischen Giftspritzen. Egal ob bei den Simpsons, oder mit Sprüchen wie “orange is the new black“ (haha!) Trumpy wird in die Mangel genommen. Und hat – unter anderem auch deswegen – das Unmögliche möglich gemacht.

Wie (äusserst zweifelhafte, aber sehr unterhaltsame) Quellen berichten, hat Trump aber noch nicht genug und möchte nach seiner Amtszeit als Präsident den Vatikan regieren.
„Ich wäre ein grossartiger Papst“, sagt der spraytan-getönte Businessmogul von sich selbst. Seine Führungsideen für den Vatikan: „Hübsche Frauen rein, Kennzahlen als neue Bibel. Der Vatikan würde ich als Business führen.“

Top. Den Titel als erster “rothaariger” Papst hätte er auf jeden Fall inne. Mal abgesehen von wahnwitzigen Ideen, gigantischen Fettnäpfen und der Erkenntnis, dass man Selbstbräuner nie alleine Auftragen sollte, Was kann ich von Donald Trump lernen?

Er führt. Lotst. Leitet. Ist ein Alphatier. Immer. Und: Er denkt nach, was er tut. Er lässt nicht denken. Er übernimmt volle Verantwortung. Gibt es etwas, was dieser Mann nicht erreichen könnte? Mir fällt nichts ein. Und genau in diesem Punkt unterscheidet er sich zu den gefühlt restlichen 95% von uns.

Selber Denken unerwünscht

Ja, Amerika hat gewählt. Doch sind die Menschen auch bereit, die Konsequenzen ihrer Wahl zu tragen? Immer wieder höre ich bei Umfragen, dass „Trump es möglich machen wird.“ Er wird ihnen „ein besseres Amerika“ zurückbringen und Amerika „wieder gross machen.“

Pustekuchen wird er das! Wie soll ein einzelner Mann das schaffen? Hier findet ein Denkfehler statt, und zwar von Washington bis Beijing: Nicht Trumpy soll es richten, sondern jede Amerikanerin und jeder Amerikaner, ja jeder Mensch! Liebe Leser, EIGENVERANTWORTUNG im Gegensatz zu Himmelfahrts-ERWARTUNGEN ist der Stichpunkt.

Doch gerade im politischen Amerika findet man so was ganz selten. Viele erwarten von Trump, dass er „was tut.“ Und wenn er nicht hält was er verspricht (und er hat viel versprochen), dann kommen dieselben treuen Wähler wieder und verurteilen ihn: „Oh, er hat sein Versprechen nicht gehalten, er hat uns auch nur belogen… bla bla und so weiter.

Dabei hat er doch schon bewiesen, dass er korrupt ist und lügen kann. Das hat wohl auch der Hinterletzte gemerkt, oder? Point being: Wie lange wollen wir noch abwarten, bis ein anderer die vertrackte Situation wieder hinbiegt und etwas tut?

Was wir in Amerika auf nationaler Ebene sehen, erleben wir täglich auch im Business. Menschen wollen oft keine Eigenverantwortung übernehmen. Wir lassen uns lieber sagen, was wir tun sollen, berieseln, von morgens bis abends, jeden Tag. Wir neigen zum „T.E.A.M. denken - à la die anderen werden es schon richten, der Chef wird es uns schon sagen.

Würden wir Menschen grundsätzlich mehr Verantwortung übernehmen, müssten wir auch nicht immer einen Schuldigen suchen, sondern hätten viel mehr mutige Menschen, die etwas bewegen in unserer Welt.

DANN könnte man nämlich auch vermehrt über den „Change“ berichten, der in unserer Welt stattfindet. Doch momentan existieren die Macher-Menschen eher unter „ferner liefen“ in unseren Köpfen. Präsent sind Katastrophen, vollbusige Zicken oder Sitcoms, die betreutes Lachen auf den Plan rufen. Damit wir auch ja das Lachen nicht verpassen.

An dieser Situation sind aber NICHT die Medien schuld. Wir sind es, die diese Nachrichten – vorzugsweise schlechte - massenkonsumieren wollen. Wir begeben uns jeden Tag ins „betreute Denken“ und das oft, ohne uns zu hinterfragen.

Wir geben unsere Selbstbestimmtheit auf

Nicht überraschend, dass der allgemeine Frust wächst. Wir sind je länger je unzufriedener, weil wir immer abwarten müssen, bis die anderen es für uns in Ordnung bringen.

Diese „anderen“ sind also für unsere Stimmung verantwortlich. Damit begeben wir uns (unbewusst) in Abhängigkeiten: Abhängig vom Chef, der Laune der anderen Mitarbeiter, von der Regierung, von meinem Mann, von meinen Freundinnen oder gar vom nächsten Lottogewinn.

Mit Verlaub: Eigentlich sind wir es, die verrückt sind, und nicht old chap Trumpy.

Das Leben selbst in die Hand nehmen

Wenn Sie etwas von meinem Blog heute mitnehmen, dann, dass Sie sich von Abhängigkeiten lösen dürfen. Sie haben die Wahl, so zu leben, wie andere Sie haben möchten, oder so zu leben, wie Sie es wollen.

Seien Sie mutig und nehmen Sie Ihr Leben selbst in die Hand. Grosses Fragezeichen? Halten Sie sich vor Augen, dass nur Sie sich selbst sein können – das kann Ihnen keiner Abnehmen. Mein Partner und ich haben beispielsweise unser Leben auf den wilden Westen ausgerichtet. Wir tragen Cowboyboots und krempeln unsere Ärmel hoch, weil wir diesen Lifestyle mögen und wir uns so wohl fühlen.

Und dabei ist es mir völlig egal, was andere von mir erwarten oder mich komisch finden. Und das sollten Sie auch tun; leben Sie Ihre Vorstellungen und Träume.

Die heutige Übung:

- Kümmern Sie sich um Ihre gute Laune. Haben Sie mit voller Absicht Spass!
- Damit Sie schon mit einem Lächeln aufstehen können, machen Sie etwas Schönes bevor Sie schlafen gehen. Etwas, das Ihnen guttut und Sie fröhlich stimmt. Mit diesem Lächeln schlafen Sie ein, und stehen auch wieder damit auf.

Und zu guter Letzt nehmen Sie heute Abend ein leeres Buch und fangen an, Dinge aufzuschreiben, die Sie zum Lachen gebracht haben. Schreiben Sie 3 Dinge pro Tag auf und machen Sie das für drei Monate. So beginnen Sie, sich mehr und mehr auf diese Momente zu konzentrieren. Das hat zur Folge, dass Ihr ganzes Wesen fröhlicher und glücklicher wird – und Sie nicht länger warten müssen, bis die Fettnäpfe eines Trumps oder die Taten von sonstigen Helden des Alltags Ihr Leben bereichern.

Auch Frau Humuffel tut gerne ihre Meinung kund. Jeden Montagmorgen in Ihren E-Mail-Postkasten.

Freitag, November 4, 2016

„Ja schon, aber…“: Weltmeister im Ausreden erfinden

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Hirn schlägt Sie mit Ihren eigenen Waffen

„Ihr werdet als Deppen zurückkommen“, sagten die Skeptiker, und es klingelt ihnen in den Ohren in dieser Nacht. Es ist eiskalt, geschlafen wird wenig. Drei Uhr morgens, aufstehen, Tee kochen, Fertigmachen zum Abmarsch. Auf 8000 Meter ist das eine stundenlange Prozedur. Um sechs steigen die Österreicher Peter Habeler und Reinhold Messner endlich aus ihrem Zelt. Eisige Böen fegen über sie hinweg und fette Nebelballen verhüllen die Täler unter ihnen. Trotzdem stapfen sie los, mit bleischweren Beinen.

Als Deppen kamen sie nicht zurück, sondern weltberühmt: Die zwei Bergsteiger haben den Mount Everest ohne künstliche Sauerstoffversorgung bestiegen.

Nun fragen Sie sich vielleicht, was mangelnder Sauerstoff mit Business zu tun haben könnte. Das ist wieder eine ganz spannende Sache und ich erklärs ihnen gleich. Zuvor gibt’s noch 2 Fragen an Sie. Nummer eins:

• Sagte sich Reinhold Messner wohl vor seiner Mission: „Eigentlich will ich ja diesen vermaledeiten Berg hinauf, aber hier unten atmet es sich deutlich besser“ und brach seine Mission ab?

Nicht wirklich, gell? Ein bisschen lächerlich, diese Vorstellung. Von so einem mutigen Mann würden Sie sowas nie denken. Hätte er aber machen können. Zum Beispiel aus diesen Gründen.

- Ihm drohten: Absterbende Gehirn- und Gewebezellen,
- plötzliche Bewusstlosigkeit, und
- Verlust von Konzentration und Denken.

Kurzum: Jedem vernünftigen Menschen erschien das Besteigen des Mount Everests ohne künstlichen Sauerstoff als Himmelfahrtskommando. Die zwei sind trotzdem hinauf – niemals hätten sie sich davon abbringen lassen.

Nächste Frage:

• Wie viele Gründe können Sie mir jetzt sofort aufzählen, warum SIE heute nicht nach einer Gehaltserhöhung fragen können, warum Sie nicht an Ihrem Selbstbewusstsein arbeiten wollen, warum Sie diese Verantwortung nicht übernehmen können, warum Sie Ihren Job nicht an den Nagel hängen, obwohl sie ihn gar nicht mögen…

Da kommt bestimmt so einiges zusammen. Und das, obwohl es Ihnen nicht auf 8000 Meter an den Kragen geht. „Kann man ja nicht vergleichen“, meinen Sie? Doch, kann man. Denn es ist ganz einfach:

• Irgendetwas hindert Sie daran, mit Ihren Gedanken ein „Reinhold Messner“ zu sein.

Da haben wir’s!

Wann hören Sie auf, Ihr Denken zu manipulieren?

Sie finden diese Ansage ein wenig kühl? Muss wohl am Einstieg liegen. Nachdem ich jedoch mit vier Coaching-Kandidaten hintereinander an diesem Thema arbeiten durfte, hab’ ich mir gedacht, dass das sicher auch die eine oder den anderen unter Ihnen betrifft.

Wir sind wahre Meisterinnen und Meister darin, uns selbst zu manipulieren. Wir benutzen so oft Worte mit einem unsicheren, negativen Touch, dass wir das gar nicht mehr bemerken. Dazu gehören:

- „Ja, aber…“
- „Immer ich…“
- „Das geht nicht, weil“
- Vielleicht könntest du ja… „

Wir sagen lieber, was nicht geht, anstatt was geht. Wir haben immer ein „ja, aber…“ in petto. Und wir finden immer Gründe, warum wir etwas nicht können.

Diese Zweifel und Negativität haben Auswirkungen auf Ihr Gehirn

Die Negativität beginnt, nach mehr Futter zu suchen. Das löst schlechte Stimmung aus, betrübt und macht uns auf die Dauer traurig. Dieser Negativitätszirkel überträgt sich sogar auf den Körper – unsere gesamte Körpersprache beginnt, negativ zu werden. Und das nehmen die anderen wahr.
Das ganze Trauerspiel ist ein gefundenes Fressen für Stresshormone, die der Körper in diesem Zustand vermehrt bildet.
Wir sind nicht mehr belastbar, ärgern uns über unwichtige Dinge und haben das Gefühl, dass sich plötzlich ein Malheur ans nächste reiht. Unser Denken und unser Auftreten zieht nämlich die vorhandene Negativität magisch an.

Vielleicht hilft ihnen noch ein anderer Vergleich, damit Sie es sich besser vorstellen können:

Nehmen wir das Essverhalten. Wenn wir von jetzt auf plötzlich damit anfangen, uns Schokolade und Chips zu verbieten, machen sich Entzugserscheinungen bemerkbar. Die Gedanken drehen sich nur noch um das, was man nicht mehr darf. Der Körper verlangt nach den süchtig machenden Stoffen in diesen Lebensmitteln und macht uns die Hölle heiss, wenn er nicht bekommt, wonach ihm giert.

Ebenso ist es mit Gedanken und negativen Worten. Das Hirn schlägt mit jenen Gedanken zurück, mit denen wir es füttern.

Zum Glück können Sie das per sofort unterbinden, weil Sie wissen, dass alle Ihre negativen Gedanken Folgen haben.

Mit Yvonne Villigers Humortechniken.

Nehmen Sie die Kopfstandtechnik.

Sobald sie anfangen, negativ zu denken, machen Sie den Kopfstand. Natürlich nicht physisch, sondern gedanklich. Und so geht’s:

1. Statt sich ständig mit „warum muss immer ich…“ zu quälen, denken Sie sich genau das Gegenteil von dem, was Sie fühlen: „Ich bekomme diese Chance, weil ich zuverlässig bin, oder weil meine Chefin mir vertraut.“

2. Wenn Sie denken: „Immer muss ich anrufen, von Ihr kommt nix.“ Ab in den Kopfstand: „Ich rufe sie an, denn ich telefoniere lieber als sie.“

3. Und wenn Sie sich über einen Kunden nerven, der ständig reklamiert, ändern Sie die Nervensäge-Gedanken: „Oh, der Kunde ist aufmerksam und interessiert. Unsere Produkte erfüllen also hohe Erwartungen.“

Denken Sie an den Everest-Messner!

Probieren Sie es aus und heimsen Sie unauffällig Lorbeeren ein: Gute Laune ist nämlich ansteckend.

Mehr Kniffe gibt’s in meinem Buch.

Mittwoch, Oktober 19, 2016

Mensch ärgere dich nicht: Schon damals hat’s nicht funktioniert

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Womit wir im Alltag unnötige Energie verpulvern – und wie wir es ändern können

Sie sind auf den Weg zu Ihrem Job. Fröhlich flitzen Sie der Autobahn entlang, womöglich ein Liedchen trällernd. Ihr Schatz hat Ihnen einen Abschiedskuss gegeben und die Kids sahen so richtig niedlich aus. Ein bisschen freuen tun Sie sich auch auf Ihren Tag, denn Sie treffen den lustigen Kollegen zum Mittagessen. Doch plötzlich: Ein Stau! Ihre gute Laune bekommt einen Knacks, aber Sie lassen sich nicht unterkriegen. Doch mit Ihrer Gelassenheit ist es fast vorbei, als Sie diesen Idioten von Links-Rechts-Schlängler vor sich entdecken. Plötzlich fällt Ihnen wieder die olle Nachbarin ein, die um 04:30 das Garagentor mit dermassen Schmackes zugehauen hat, dass Sie vor Schreck senkrecht standen.
Als Sie dann noch den Hornochsen im X5 erspähen, der auf dem Pannenstreifen stinkfrech an Ihnen vorbeirast, ist es um Sie geschehen: Sie schlagen mit hochroter Rübe die Handballen auf Ihr Steuerrad und fluchen lauthals.

Na, Puls schon etwas erhöht?
Dann fange ich jetzt an, von den tollen Werbe- und Versicherungsanrufen zu erzählen ☺

Zugegeben, es ist eine große Kunst, in solchen Situationen die Ruhe zu bewahren. Besonders, wenn Sie heute einen gewissen „nicht mein Tag“ haben.

Weltmeister im Probleme sammeln

Wir sind heutzutage schneller denn je auf 180. Oftmals sind es Kleinigkeiten, doch diese summieren sich im Lauf des Tages zu einem grossen Ärgernis. Meistens fängt das morgens an, weil wir uns über den Wecker nerven. Diese „schlechte Laune im Kopf“ kann sich auf den ganzen Körper auswirken (z.B. mit Verspannungen und einer geduckten Körperhaltung). Unser Hirn bekommt von Ihnen die Botschaft, dass es ein „alles läuft schief Tag“ ist: So sammeln wir munter schlechte Laune weiter, weil wir mit diesen Gedanken im Kopf all die weiteren Ärgernisse anziehen, die da draussen auf uns warten. Unser Körper versteift in der Ärgerhaltung und strahlt das schliesslich auch aus – Mitmenschen und Kollegen nehmen Sie als unfreundlich und miesepetrig wahr. Dass Ihre Kollegen an solchen Tagen einen weiten Bogen um Sie machen, ist daher kein Wunder.

Ebensowenig verwunderlich: Wir sind darauf getrimmt, diesen Ärger Tage, Monate und manchmal sogar Jahre mit uns rumzuschleppen.

Kraftvolles Tool für unseren Alltag

So wundervoll es eigentlich ist, dass wir mit unseren Gedanken unser Hirn beeinflussen, wir sollten nie vergessen, dass da wo unsere Gedanken sind, auch unser Fokus liegt. Dass sich dieser Fokus im Aussen manifestiert, ist die logische Folge: Wenn Sie sich zum Beispiel einen neuen hellblauen Fiat kaufen möchten, sehen Sie den Wagen plötzlich überall. Sogar dann, wenn Sie denken, dass es ihn eigentlich gar nicht so oft gibt. Das geschieht, weil Sie gedanklich auf den Fiat fixiert sind und Ihren Fokus darauf haben – Ihre Wahrnehmung reagiert anders, weil Ihr Hirn die Botschaft „das ist wichtig“ aussendet.

Dieses Gesetz ist so kraftvoll, dass wir es am besten FÜR uns nutzen, und uns nicht davon manipulieren, oder unsere Gedanken an der freien Leine spazieren lassen sollten. Probieren Sie die heutige Übung aus, sie hilft Ihnen, Ihre Gedanken zu meistern.

1. Nehmen Sie einen Notizblock oder ihr Handy und schreiben Sie sich alles auf, worüber Sie sich im Laufe des Tages ärgern.

2. Beginnen Sie, die Liste am Abend abzuarbeiten. Überlegen Sie, was Sie jetzt sofort ändern können: Wenn Sie Ihr Wecker anödet, dann schaffen Sie sich einen an, der nicht nervt. Ich erwache jeden Morgen zu meiner Lieblingsmusik. Oder wenn Sie sich im Morgenverkehr aufregen, dann machen Sie sich bewusst, wie viel Ärger Sie das kostet und die ganze Aufregerei gar nichts bringt. Oder gehen Sie einfach früher aus dem Haus ☺

3. Als nächsten Schritt machen Sie mal einen „Hammer-Fröhlich-Tag“. Jedes Mal, wenn Sie sich ärgern, arbeiten Sie mit der Humor Kopfstandtechnik. Das heißt, dass Sie bewusst das Gegenteil von dem denken, was Sie fühlen. Lächeln Sie, entspannen Sie sofort Ihr Gesicht und freuen Sie sich beispielsweise daran, dass Sie viel besser Autofahren können als all die anderen :-))

„Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch“

Wenn Sie denken, dass das Technik-Gedöns eine Heidenarbeit ist und Sie schon wieder etwas Neues in Ihren Alltag integrieren sollten, aber überhaupt keine Lust dazu haben, weil Ihr Kopf sowieso schon zu voll mit miesen Gedanken ist, dann wird Sie diese Aussage freuen:
Das Hirn kann sich nicht gleichzeitig ärgern und freuen. Einfach erklärt: Sobald Sie lachen, beginnt Ihr Hirn, sich zu entspannen und Glückshormone auszuschütten. Stress und Ärger haben keinen Platz mehr. Wichtig ist einzig, dass Sie sich entspannen, bevor sich der Ärger aufbauen kann. Wenn Sie sich und Ihre Gedanken in den Griff bekommen, geht das immer schneller, auch wenn es Ihnen anfangs mühsam erscheint.
Viel Erfolg!

Ich kenne jemand, die ist Weltmeisterin im schlaue Sprüche sammeln. Melden Sie sich für die süss-saure Frau Humuffel an.

Auch in meinem Buch gibt’s mehr zum Thema.

Mittwoch, Oktober 5, 2016

Kein Kinderspiel: Wie wir unserem Nachwuchs die Kindheit klauen

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Wo führt uns unser „Vorbilddenken“ hin?

„Heute mach ich, was ICH will,“ meint Marc zu seinem Bruder und grinst. „Zuerst essen wir nur Gummibärchen zum Frühstück. Mit Kakao. Danach gehen wir zu Ayvar und Jenny und dort können wir am Pool spielen. Ich schubse dich auch nicht rein, Kevin, versprochen! Wir können zusammen Jenny ärgern!“
„Darf Asterix auch mit?“
„Nein, Kevin, der muss doch hierbleiben und auf Mama und Papa aufpassen.“
„Ach ja, schade.“
„Komm, zieh dich an, ich will endlich los…“
„Aber die Schule, Marc, ich…“ „Shht“, unterbricht ihn Marc ungeduldig. „Heut pfeifen wir auf Regeln. Komm jetzt!“

Lachend schleichen sie sich aus dem Haus. Glückliche Kinderherzen. Sind Ihnen die Tage auch wie lange, spannende Abenteuer vorgekommen? Mir jedenfalls schon. Ich erinnere mich ans Rumtoben im Wald, wilde, ungebändigte Lebensfreude. Wie sah Ihr perfekter Tag aus als Kind?

Doch Moment: Im Film gäbe es jetzt dieses typisch-zerreissende Geräusch, dass den Zuschauer von jetzt auf gleich wieder in die Realität zurückholt. Genauso ist es bei mir und meinem Blog auch – da wird nicht rumgeträumt, sondern Tacheles geredet.

„Eine Generation, die zunehmend in den besten Lebensjahren mit Burnout zu kämpfen hat, entwirft für ihre eigenen Kinder einen Lebensweg mit noch mehr Tempo, noch mehr Leistung, noch mehr “Förderung”. Sie funktioniert Kindergärten zu Schulen um, weil sie glaubt, Kinder, die früh Mathe lernen, seien schneller am Ziel.“

Hang on – an welchem Ziel? Das hat sich Wissenschaftler und Kinderarzt Herbert Renz-Polster gefragt. Und ich mich gleich mit ihm. Unter anderem hat mich der Text darüber grübeln lassen, was für ein Bild wir unserem Nachwuchs vermitteln und welche Rollen wir ihnen aufdrängen.

Wir Erwachsenen sind das Ergebnis unserer Erziehung, der Gesellschaft und unseres Denkens. Wir sind geprägt davon, alles immer perfekt im Griff zu haben, keine Schwäche zu zeigen. Im Web und auf den Social Media zeigen wir unser Leben von der besten Seite – Fehler und die traurigen, schwachen Momente des Lebens haben keinen Platz mehr. Wirklich erstaunlich, wie perfekt wir alle sind!

Nun machen Sie aber mal halblang: Wo kommen denn die ganzen Probleme der Menschen her? Und was ist denn das für ein „Vorbild“, das wir nach Aussen hin zeigen; Menschen, die zuhauf auf dem Zahnfleisch laufen, ausgebrannt, stressgeplagt, emotional verkümmert und zudem noch handygesteuert? Internet- und TV-Präsenzen, die nur auf Äusserlichkeiten achten und uns reindrücken müssen, wie toll ihr oberflächliches Leben ist?

Ich glaube, dass wir jetzt die Rollen, wie wir unseren Kindern und der nächsten Generation aufzwingen, hinterfragen sollten. Es fängt doch schon dabei an, dass wir ständig Erwartungen an unsere Kinder haben. Unser Kleinen müssen schon in ihren ersten Lebensjahren den Wünschen ihrer Eltern entsprechen – oder für ihre unerfüllten Träume geradestehen.

Dass das erst der Anfang ist sagt Sally Shuttleworth der welt.de. Sie ist Autorin des Buchs „Der Geist des Kindes: Kindesentwicklung in Literatur, Wissenschaft und Medizin.“

Ihre Sorge dreht sich um Kinder, die zu früh zu viel leisten müssen. Sie bezieht sich zwar auf Wunderkinder, aber alle Eltern halten ihre Kinder für etwas Besonderes und wollen „nur das Beste für sie.“ Ihre Sorge ist, dass Kinder zu früh ausgebrannt sind und ihre Leistungen nur den Eltern zuliebe zeigen.

Wollen wir wirklich noch mehr Arbeiterzombies?

Das kann für die Maßstäbe eines vernünftig denkenden Menschen abstruse Ausmasse annehmen: 11 Milliarden US-Dollar gaben die Amerika für College-Vorbereitungen aus, senden Kinder in Elite-Vorbereitungsschulen und setzen sie dort noch mehr Erwartungen aus.

Haben Sie sich schon mal überlegt, was die weiteren Folgen sind? „Das Produkt all dieses Elternehrgeizes seien übermüdete Kinder, denen die College-Zulassung den Schlaf raubt und die ihre Tage unter der minutengenauen Planung ihrer diktatorischen „Tiger-Mütter“ verbringen müssen“, meint die Autorin des oben zitierten Berichts. Sie hat recht. Es handelt sich um das Heranzüchten einer neuen Generation unglücklicher Horden von Arbeiterzombies! Und Menschen, die nicht zu ihren Fehlern stehen können, weil sie denken, dass sie schwach sind.

Aber wie sollen wir lernen, privat und auch im Business zu Fehlern zu stehen, wenn wir von unseren Eltern und Vorbildern gelernt haben, dass sie perfekt sind?

Doch dieser Perfektionismus ist es, der uns genau dahin bringt, wo wir uns im reifen Alter befinden: Mit einem dicken, fetten Fragezeichen über dem Kopf, was das Ganze hier eigentlich soll.

Zeit für die Notbremse

Da haben Sie keine Lust drauf? Gratuliere. Glauben Sie’s mir, ich auch nicht. Doch so ganz einfach ist es nicht, aus verfahrenen Gewohnheiten auszubrechen. Wie wunderbar, dass ich mir heute eine Übung ausgedacht habe, die Ihre Denkweise fordert. Drehen wir den Spiess doch einfach mal um!

Für die nächste Woche ist es Ihr Ziel, sich zu dem zu machen, was Ihr Kind ist. Nicht umgekehrt. Statt Ihr Kind zu dem zu machen, was Sie sind, bemühen Sie sich in den Sandkasten und rutschen die Rutsche runter. Sie schauen nicht nur zu, sondern machen gleich mit. Lassen Sie den Lausbuben und das Lausmädchen rein und machen Sie sich keine Gedanken, was die anderen denken. Das bringt Spass und Freude.

Wenn Sie keine Kinder haben, lasse ich Sie aber nicht einfach vom Haken: Borgen Sie sich welche von Ihren Freunden. Die dürfen Sie über den Spielplatz jagen, bis Sie aus der Puste sind. Oder Sie laden sie in den Europapark oder ins Spieleland ein.

Muntert Sie nicht nur schon die Vorstellung eines solchen Tages auf? Was glauben Sie ist ein bewusster Tag abseits von Druck, Stress und Geld Ihrer Seele wert?

Falls das Thema Sie weiter interessiert: Dieser Link führt zu einer Onkel Gernot Videoquelle, die ich genial finde und zum Text passend ist.

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Samstag, September 10, 2016

Loslassen, das Leben droht!

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Warum Sie mit Ihrem Selbstvertrauen stehen und fallen

„Pferdebilder. Fransenbluse, Cowboyhut und Cowboystiefel. Sag mal Yvonne, willst du das wirklich durchziehen?“, entgeistert schaute mich mein Kollege an. „Also die Idee mit der Lockerheit und dem Humor finde ich ja noch gut, aber dieser Westernaufzug? Damit machst du dich zur Lachnummer. Ganz ehrlich: Damit wirst Du im Business nicht ernst genommen.“

Wenn ich mich an meine Anfänge erinnere, staune ich noch, wie viele erfolgreiche Menschen mir damals abgeraten haben, als Cowgirl aufzutreten und authentisch zu bleiben. Ich zu sein. Worte wie „Bloss nicht mit dem Hut ins Business“. waren an der Tagesordnung, ebenso wie: „Und dann noch das Thema Humor? Das ist viel zu schwierig.“ Hmpf.

BLA. BLA. BLA.

Und wissen Sie was? Da pfiff ich drauf! Ich habe mich von nichts und niemandem umstimmen lassen. Das heisst nicht, dass es einfach war; im Gegenteil, viele Male habe ich gezweifelt und war auch schon drauf und dran, den Bettel hinzuschmeissen. Aber ich ging meinen Weg. Stets voran.

Der wichtige Punkt ist, dass ich damals einen unerschöpflichen Vorrat an Selbstvertrauen hatte und Mut bewiesen habe. Und ganz ohne Selbstbeweihräucherung: Ich musste vieles wagen -

Verloren oder gewonnen?

Und habe gewonnen! Ich bin für meinen Biss sowie meine Authentizität belohnt worden und bin heute einfach nur glücklich, dass ich ein (Berufs)Leben leben kann, das mich wirklich glücklich macht. Und das war wirklich nicht einfach. Nerven, Geld, Zeit… von allem hat dieser Werdegang genügend gekostet. Ohne Selbstvertrauen, Mumm und der unerschütterlichen Unterstützung meiner besten Menschen wäre es vielleicht auch anders gekommen.

Interessanterweise hat mein geschäftlicher Selbstvertrauens-Werdegang nicht nur mit dem Business zu tun. Es gab eine Schlüsselzeit in meinem Leben, als ich wusste: „Egal was passiert, ich schaffe alles!“

Damals quittierte ich meinen Job, weil ich einfach die Nase voll hatte und ausbrechen musste. Ich beschloss mehr oder weniger spontan, für 3,5 Monate nach Neuseeland und Australien zu reisen. Mit Schiss im Bauch sass ich im Flieger: Ich war noch nie so lange verreist und dann auch noch ohne etwas zu buchen…unvorstellbar! Es hätte in die Hose gehen können. Ich habe mir Sorgen gemacht und hätte vor Angst mit eingezogenem Schwanz nach Hause zurückkehren können.
Bin ich aber nicht. Ich bin über mich hinausgewachsen, sprang Fallschirm trotz Höhenangst, habe entgegen ärztlichem Rat (Kurzatmigkeit) das Tauchbrevet gemacht, bin von einem 10 Meter Felsen ins Wasser gesprungen und habe alleine eine Dschungeltour unternommen. Als ich am Schluss wieder nach Hause flog, wusste ich genau, dass mich nichts mehr umhauen kann. DAS hat mir Selbstvertrauen gegeben.

Lieber sicher unzufrieden als LOSgeLASSEN

In meinen Coachings arbeite ich immer am Selbstvertrauen. Wenn dieser Punkt unstimmig ist, fühlt man sich nicht wohl und traut sich nur wenig zu. Man hat Angst, bleibt lieber in der Routine stecken und wagt nichts, damit man ja nichts falsch machen kann. Das Problem dabei: Man bleibt einfach stecken. Und versumpft im Alltag.

Vielfach tun wir Dinge nur, weil es uns jemand sagt. Seien es die Eltern, der Partner, die Schule, die Gesellschaft… die Liste von „man tut es nicht“-Sagern ist lang. Wer tut heute schon das, was wirklich zu ihm passt? Leider führt das dazu, dass wir nicht authentisch sind und der Erfolg – und das Glück – ausbleiben. Wir sind aber nicht auf der Welt um so zu leben, wie uns andere gerne haben möchten.

Um den Kreis meiner Geschichte zu schliessen: Wenn ich damals kein Selbstvertrauen gehabt hätte, hätte ich mich von den Bedenkträgern und sonstigen Schwarz/Weiß-Dinosauriern sicherlich sehr beeinflussen lassen.

Ausbruch? Ich gratuliere.

Wenn das Selbstvertrauen für Sie ein Thema ist – und glauben Sie mir, Sie befinden sich in bester Gesellschaft – dann habe ich heute ein echtes Tool-Schmankerl für Sie.

3 Schritte für mehr Selbstvertrauen

Erstens: Als erstes definieren Sie für sich eine richtig grosse Herausforderung, die Sie sich auf keinen Fall zutrauen.

Zweitens: Schreiben Sie sich auf, wie Sie sich fühlen würden, wenn Sie diese Herausforderung schon gemeistert hätten. Schliessen Sie die Augen und lassen Sie Ihr Hirn mittels Auto-Suggestion seinen Job machen. Sehen Sie sich selber zu, wie Sie es geschafft haben. „Baden“ Sie in dem Gefühl des Erfolgs. Riechen Sie die Klarheit der Luft, stellen Sie sich die freudigen (oder neidvollen) Blicke der anderen vor. Egal was Sie sich vorstellen, bleiben Sie so lange wie möglich und immer wieder in diesen Gefühlen drin und seien Sie einfach stolz auf sich – ja, im Voraus.

Drittens: Nun schnappen Sie sich Ihre Herausforderung in „Realtime“ und stellen sich Ihr. Das stärkt Sie und gibt Ihnen die Chance, sich selbst besser kennenzulernen.

Woraus Ihre persönliche Herausforderung besteht, spielt keine Rolle. Es hängt immer mit Ihrem Selbstvertrauen zusammen. Vertrauen Sie sich selbst? Wie ist Ihr Selbstwert dabei – was sind Sie sich wert?

Diese Fragen sind wichtig.
Wichtig ist auch, dass Sie sich selber sind. Oder sich bemühen, sich selbst zu werden. Denn wer, wenn nicht Sie, kann Sie selbst sein?

Geben Sie mir doch ein Feedback zu diesem Bericht. Es interessiert mich, welche Herausforderungen Sie gerade meistern.

Wussten Sie, dass ich darüber auch in meinem Buch berichte? Hier mehr Infos.

Kennen Sie Frau Humuffel? Die wappnet Sie für alles. Hier anmelden.

Donnerstag, August 25, 2016

Juppi, heut’ mach ich mich selbstständig…

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Selbstständigkeit ist die absolute Freiheit. Oder?

„So. Der wird mir schon bald nicht mehr auf der Nase herumtanzen!“, dachte sich Oliver, als er den Kündigungsbrief an seinen Chef in den Briefkasten pfefferte. Gedanken wie „tun und lassen, was ich will!“, und „was die können, kann ich eh schon seit 25 Jahren“, zogen an ihm vorbei. Beschwingt und pfeifend tritt er den Heimweg von der Post an. Schliesslich darf er sich auch freuen, er hat „Mut zur Selbstständigkeit“ bewiesen und den Plan in die Tat umgesetzt.

Warum Oliver heute trotzdem bei mir im Coaching sitzt, will ich von ihm wissen. „So hatte ich mir das irgendwie nicht vorgestellt. Weißt du Yvonne, ich hatte es so satt, mich rumkommandieren zu lassen und ständig etwas zu tun, was keinen Sinn ergibt. Dann noch die schlechte Stimmung bei uns und die Angstmache der Chefs, dass wir in dieser Wirtschaftslage um unsere Jobs fürchten müssen!”, sprudelte es aus ihm heraus.

„Ich weiss, dass ich 1A auf meinem Gebiet bin. Auch mein Umfeld ist mir ständig damit in den Ohren gelegen, dass ich es alleine probieren soll. Was mir jedoch niemand gesagt hat, ist, wie anstrengend es ist, sich selbstständig zu machen! Ich bin ja auch nicht mehr 30! Also im Kopf zwar schon“, witzelte er und pausierte „aber ich bin oft sehr müde. Weißt du, seit ich selbstständig bin, fühle ich mich wie ‘das Mädchen’ für alles! Ich mache nur noch Dinge, die vorher die anderen Abteilungen der Firma für mich gemacht haben. Und dann das Verkaufen! Liegt mir gar nicht. Zeit habe ich für gar nichts mehr! Ich arbeite nur noch, aber das schlimmste ist, dass die Kasse trotzdem leer bleibt! Obwohl ich dachte, alles hätte sich geändert, muss sich etwas ändern!“

Als er mich so anblickt sehe ich ihm an, unter welchem Druck er steht. Was ist passiert? Er hatte unterschätzt, dass „selbstständig sein“ bedeutet, dass man nur noch gefühlte 20 Prozent der Arbeit macht, die man eigentlich liebt. Der Rest? Planen, organisieren, buchhalten, werben?! Jawohl.
Vor mir sass also der Prototyp des „großen Erwachens“ mit der Selbstständigkeit: Total ausgebrannt, keine Lust mehr an der Arbeit und schlichtweg lahmgelegt.

Das bedeutet es tatsächlich, selbstständig zu sein

Das löst natürlich Frust aus. Wir werden unglücklich und beginnen unter diesem Druck zu leiden. So verschlechtert sich die Alltagslaune, was oftmals genau die Menschen zu spüren bekommen, die wir am meisten lieben.
Hinzu kommt die Angst vor dem Versagen. Anstatt die Notbremse zu ziehen, ackern wir weiter; oftmals bis zur Erschöpfung. So funktionieren wir nur noch auf „Autopilot“ und können nicht mehr zurück.
Wenn Sie auch selbstständig sind, dann kennen Sie die tollen Sprüche wie „Du bist ja selbstständig, du kannst dir die Zeit frei einteilen.“ Ja super; welche Zeit denn – die zwischen Mitternacht und Morgengrauen?

Falls Ihr rosaroter Traum von der Selbstständigkeit gerade ein paar Kratzer abbekommen hat oder Sie sich etwas ertappt fühlen, dass Ihnen das „selbstständig sein“ gar nicht so gut gefällt, dann verzagen Sie nicht! Es muss nämlich nicht so sein. Die Selbstständigkeit kann so schön sein und richtig Spass machen. Ich bin sehr glücklich damit!
Mir geht es lediglich um einen Realitäts-Check. Und auch darum, dass Sie sich das teure Lehrgeld sparen, dass ich auf meinem Weg bezahlt habe. Denn niemand sagt uns, was es wirklich bedeutet, „selbstständig“ zu sein; dass man ständig am ackern ist, dass man auch dann investieren muss, wenn man eigentlich gar kein Geld hat und – in der Kasse erstmal Ebbe herrscht.

Selbstständig: Tipps von einem alten Hasen im Geschäft

Auch wenn Ihr Business anders ist als meines, gibt es einige Erfahrungen und Tools, die ich sehr gerne mit Ihnen teile. Es gibt einen besonders wichtigen Punkt, mit dem alles steht oder fällt.

Auch wenn niemand Anderes an Ihre Idee glaubt:
SIE MÜSSEN FELSENFEST VON SICH ÜBERZEUGT SEIN UND WISSEN, DASS ES FUNKTIONIERT.

Wenn Sie das können, dann schaffen Sie auch den Rest. Ich habe auch wenige Male die Freude am Arbeiten verloren. Immer dann, wenn ich mich um Dinge gekümmert habe, die ich einfach nicht kann. Deshalb mein erster Tipp:

1. Suchen Sie sich für die Dinge, die nicht Ihren Talenten entsprechen, professionelle Leute. Das heisst zwar, dass Sie auch dann investieren müssen, wenn kein Geld reinkommt, aber machen Sie nicht den Fehler, dass Sie sich mit Dingen abrackern, die Sie nicht gerne tun. Das kommt Sie teuer zu stehen, denn Ihre verbrauchten Nerven bezahlt Ihnen niemand. Machen Sie nicht den Fehler, dass Sie alles selber zusammenschustern. Das nicht professionell und schadet Ihnen mehr, als es etwas nützt. Ich spreche aus Erfahrung, denn ich habe während meinen Anfängen Freunde von mir gebeten, meine ersten beiden Homepages zu machen und mir meine Werbung selbst zusammengeschustert. Das wirkte alles andere als professionell, und deshalb wurde ich auch nicht gebucht. Klar war es eine günstige Lösung, aber gebracht hat es gar nichts. Investieren musste ich später nämlich doppelt.

2. Sie müssen nicht gleich von 0 auf 100. Es gibt die Möglichkeit, nebenher zu arbeiten. Ich habe beispielsweise einige Jahre noch einen Halbtagsjob gehabt, damit ich Geld in meine Leidenschaft investieren kann und mich nicht unter meinem Preis verkaufen muss. Wenn Sie nichts auf der Seite haben, dann empfehle ich diesen Punkt besonders, denn „nichts wert sein“ schwächt Ihr Selbstvertrauen. Und das benötigen Sie mit einem eigenen Geschäft ganz dringend.

3. Gerade in schwierigen Momenten ist es einfach „ich kann nicht“ zu denken, weil kein Geld für Investitionen da ist. Ein Trugschluss! Schauen Sie mal ganz ehrlich hin, wofür Sie Ihr Geld so ausgeben. Es gibt Dinge, da zucken wir nicht mit der Wimper, wenn wir sie kaufen. Und für die eigene Person reicht es nicht?? Das geht so nicht, denn das wichtigste in Ihrem Leben sind Sie; wenn Sie überfordert sind, hat niemand etwas davon. Investieren Sie in sich selber, auch wenn Sie denken, dass sie das „jetzt grad nicht können.“

4. Manchmal dürfen Sie hohe Einsätzen wagen. Ich habe sogar mein Buch selber herausgegeben, obwohl das Budget gar nicht vorhanden war. Deshalb habe ich mich auf die Suche nach einem Sponsor gemacht. Es gibt so viele Menschen die einem wirklich helfen und unterstützen wollen, wenn sie merken, wieviel Leidenschaft in Ihrer Arbeit steckt.

Merken Sie, dass es in jeder Situation Alternativmöglichkeiten gibt? Wenn Sie ehrlich mit sich selbst sind, dann haben Ausreden keine Chance mehr. Wenn Sie zweifeln, dann stärken Sie sich mit den Gedanken an alternative Lösungswege. Welche haben Sie, damit es funktioniert?

Achten Sie auch auf die Menschen, mit denen Sie sich umgeben. Lassen Sie sich von Menschen unterstützen, die den Weg in die Selbstständigkeit schon hinter sich haben. Erfinden Sie das Rad nicht neu, aber nehmen Sie nur Tipps von Menschen, die wissen wovon sie sprechen. Mich haben viele tolle Menschen auf meinem Weg begleitet, die mich unterstützten und immer wieder inspirieren. (Zum Beispiel mein Freund Thomas Hirt, Fabrizio Lugano, Michael Rossié, Margrit Hertlein, die Menschen der Firma Trion, Angela Kubli, Horst Veitl, Sandra Gräfin Bernadotte - und noch viele mehr)

Haben Sie eine Frage zum Thema oder möchten Lob, Kritik oder sonst etwas loswerden? Ich freue mich über Post

Donnerstag, August 11, 2016

Ständig Hirnmüll Deluxe – Warum machen wir das?

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Warum Sie den müllfreien Tag ausprobieren sollten

Als der Flieger in Düsseldorf gelandet ist, habe ich mich unglaublich auf meinen Auftritt gefreut. Ich wurde von einem Vertreter der Firma am Flughafen abgeholt und in ein schickes Hotel gebracht. Ich hatte mich top vorbereitet, und mein Auftritt verlief dementsprechend wie am Schnürchen. Der Betrieb, der mich eingeladen hatte, organisierte auch die Übernachtungen für manche der Tagungsteilnehmer und so kam es, dass ich abends an der Hotelbar einige bekannte Gesichter aus dem Publikum wieder traf. Viele lächelten mir zu, und es dauerte keine fünf Minuten, bis meine gute Laune die anderen angesteckt hat und ich Anschluss fand.

In der Bar lief parallel zu unserem Plausch das Fussballspiel für die Vorausscheidung zum EM-Viertelfinale. Deutschland hielt fleissig die Italiener in Schach, und ich freute mich darüber, dass eine Gruppe fremder Menschen zusammen schwatzte und lachte.

Doch dann kam die Halbzeit – und mit ihr der News-Flash. Es wurden drei Ereignisse gezeigt: Ein Selbstmordanschlag, eine Schießerei und der Tod vom 20 Menschen bei einem Busunglück in Pakistan. Wir alle schauten betreten auf den Bildschirm – und ich konnte fühlen, wie der Stimmungsbarometer ins Bodenlose sank.

Was der Hirnmüll mit uns anstellt

Dann geschah etwas ganz Typisches: Statt den Abend zu geniessen, fingen die Leute an, über die Ereignisse zu diskutieren und zu jammern, dass das zwar ganz schrecklich sei, wir aber nichts dagegen tun können. Stimmt das denn? Wissen Sie, was ich glaube? Ich denke, dass wir Menschen regelrecht dramasüchtig sind.

Dieses Verhalten, ausgelöst von stündlichen schlechten Nachrichten im TV oder per App, sorgt nämlich dafür, dass wir uns von negativen Ereignissen total zumüllen lassen (mal abgesehen von all dem persönlichen Kram, in dem wir uns regelrecht suhlen). Haben Sie sich schon mal überlegt, dass wir uns jeden Tag über 80% unserer wertvollen Zeit mit (Arbeits-) Problemen und schrecklichen Ereignissen beschäftigen?

Das meine ich, wenn ich sage, dass wir dramasüchtig sind. Wir brauchen jeden Tag unsere Ration an Drama – und die Medien unterstützen uns fleissig dabei, indem sie uns mit schlimmen News füttern. Nicht ganz unproblematisch finde ich dabei, dass wir den Menschen, die etwas Schlimmes tun, auf diese Weise eine hervorragende Plattform für Ihre Taten bieten und Ihnen genau die Aufmerksamkeit geben, die Sie wollen. Wie verbreitet sich „Angst“? Genau so!

Ich greife hiermit nicht die Massenmedien an, die machen ja auch bloss ihren Job. Ich liste hier lediglich eine Tatsache auf; und Sie als mein geschätzter Humor-Follower möchte ich auf diesen nicht ganz uninteressanten Punkt aufmerksam machen. Sie und meine Klienten dürfen Ihr Bewusstsein nämlich dafür schärfen, mit was Sie sich tagein, tagaus so beschäftigen. Das hat direkten Einfluss darauf, wie Sie sich fühlen.

Die Flut an schlechten Nachrichten führt dazu, dass sich Ihr Hirn ständig mit Negativem beschäftigt. Und das wiederum macht, dass wir ständig Stimmungsflaute haben. Je mehr wir uns solche Ereignisse ansehen und noch mit allen darüber reden, desto schlechter geht es uns. Wir haben keinen Platz und keine Energie mehr, uns für Positives zu begeistern und uns über tolle Sachen zu freuen – oder die Dinge zu ändern, die uns im Leben behindern.

Raus aus der Negativspirale – mit Humor!

Ich glaube, dass es daran liegt, dass wir Menschen einfach gerne konsumieren. Es ist halt schon sehr bequem sich einfach mit dem berieseln zu lassen, was da ist. Aber das muss nicht sein! Wir können das ganz bewusst ändern.

Am einfachsten gelingt es, wenn Sie in einem ersten Schritt Ihrem Newskonsum gegenüber achtsamer werden. Wenn Sie sich sonntags bisher immer die Frühnachrichten, gefolgt von drei Krimis und die Spätnachrichten noch als Dessert obendrauf angeschaut haben, gehören Sie zwar zu den harten Fällen, aber – Achtung, Schenkelklopfer! ;) Die Hoffnung stirbt zuletzt. Das ist ja alles okay, aber machen Sie sich bewusst, was Sie sich da reinziehen! Nehmen Sie wahr, was diese Shows mit Ihnen machen. Wie fühlen Sie sich am Montagmorgen? Ich jedenfalls hätte bei so viel Zetermordio Mühe, noch fröhlich zu bleiben!


Was wir wollen, ist Platz für unser Lächeln und mehr Spass im Leben zu schaffen. Zum Glück können wir unser Hirn bewusst beeinflussen und das System auch im Umkehrschluss nutzen – je mehr „Plus“ uns beschäftigt, desto positiver sind wir eingestellt. Wir können ab sofort aufhören, den schrecklichen Ereignissen so viel Platz im Leben zu schenken. Jeder kann das tun!!! Auch im Netz haben wir die Möglichkeit, positive Dinge zu posten und zu konsumieren.

Damit das „Unternehmen Positiv“ zum Erfolg führt, beginnen Sie in kleinen Schritten:

Suchen Sie schon unterwegs zur Arbeit etwas Witziges: Eine lustige Werbung, einen witzigen Musiksender, eine Kabarett-CD. Dinge, die Sie aufstellen. So stellen Sie sicher, dass Sie gut gelaunt bei der Arbeit ankommen.

Suchen Sie einen kleinen Gegenstand aus, der Sie positiv stimmt. Etwas, das Sie mit tollen Gefühlen verbinden. Diesen stellen Sie im Büro auf oder tragen ihn bei sich.

Machen Sie ganz bewusst einen müllfreien Tag und ziehen Sie sich nur Positives rein. Sollte Sie jemand auf schlechte Ereignisse ansprechen, dann lächeln (!) Sie und sagen: Stop! Ich will bis heute Abend 20 positive, fröhliche oder lustige Geschichten oder Ereignisse sammeln. Hast Du da was beizutragen?

Ein netter Nebeneffekt dieser Übung ist, dass Sie dem anderen helfen, sofort von der Negativ-Schiene runterzukommen. Sie lenken die Person in eine gute Stimmung und schon bald ist das ganze Umfeld angesteckt. Wetten, dass Sie am Abend gut drauf sind?

Mehr über Humor im Businessalltag gibt’s hier.

Donnerstag, Juli 28, 2016

Lieber abtauchen statt absaufen: Dass etwas andere Urlaubssouvenir

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Wer sucht, der findet!

Die Fransen meiner Lederjacke schwingen hin und her, als ich aus dem Rancherhaus in Richtung Stall gehe. Ich fühle die warmen Sonnenstrahlen im Gesicht, als ich meinen Cowboyhut in den Nacken schiebe und der Morgensonne über den Bergen entgegenblicke. Ich blinzle und schaue wieder Richtung Pferdestall. Als ich die Sattelkammer betrete, um mein Geschirr zu holen, nehme ich den Geruch des Leders war, zusammen mit dem vertrauten, süsslichen Geruch von „Pferd“ an der Satteldecke.

Ich trete zu meiner gefleckten Appaloosastute hin, die ruhig im Stall steht mich mit ihren wunderbar dunklen Augen anschaut. Ich putze sie, striegle mit langen, ruhigen Strichen über ihr Fell. Sie schnaubt. Ich führe sie hinaus ins Freie, ihr Atem dampft in der Kälte des Morgens. Als der Hof gerade zum Leben erwacht, reite ich bereits der Prärie entgegen, die sich nun vor mir erstreckt. Ich fühle eine Leichtigkeit und merke, wie sich die Landschaft von Wyoming in meinem Herzen breitmacht. Als wir beide aufgewärmt sind, verfallen wir in einen leichten Galopp den Bergen entgegen. Der Anblick, der sich mir bietet, ist atemberaubend: Weite, so weit das Auge reicht. Keine Menschen, nur wilde Natur, ich und meine Stute. Diesen Ausritt werde ich nie mehr vergessen. Dafür sorgen nicht nur Bilder, die ich mir eingeprägt habe, sondern auch ein Panoramafoto, welches in meinem Büro hängt. Jeden Tag mache ich ein paar Minuten Pause, schliesse die Augen und bin wieder auf dem Rücken von Appaloosatute Appachi. Es ist mein ganz besonderes Urlaubssouvenir, dass ich mir mit nach Hause genommen habe. Es hilft mir immer dann abzuschalten, wenn ich es am meisten nötig habe.

Unverhältnismässige Verteilung von Erholung und Arbeit

Wenn Sie meinen Blog schon länger verfolgen, dann ist Ihnen nicht neu, dass eines meiner Hauptanliegen ist, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, was Humorlosigkeit und der Leistungsdruck im (Arbeits-)Leben mit ihnen anstellt. Das führt dazu, dass wir im Job nur unter Druck und Stress stehen. Wenn wir nur den Urlaub und manche ruhigen Wochenenden nutzen können, um uns zu erholen, herunterzufahren und abzuschalten, werden wir auf die Dauer krank. Dennoch kenne ich viele, die sich nur von Urlaub zu Urlaub retten. Die Zeit dazwischen krampfen sie sich mit einem Job ab, den sie überhaupt nicht mögen.

Dieses Verhalten schadet uns langfristig – auf der seelischen und der gesundheitlichen Ebene. Ich finde, dass 4-6 Wochen Ferien im Vergleich zu bis zu 48 Arbeitswochen im Jahr in keinem Verhältnis stehen. Das ist viel zu wenig. Wenn Sie vorausschauend denken, sollten Sie Ihren Mitarbeitern mehr freie Zeit gönnen. Sie denken, ich bin verrückt? Dann schauen Sie sich um: Wie viele Ihrer Mitarbeiter, Familie oder Freunde sind krank, stecken unzufrieden in einer Tretmühle fest oder stehen kurz vor dem Burnout?

Das Feriensouvenir für den Businessalltag

Lassen Sie die Palmwedel und Kokosnüsse da, wo sie hingehören. Nehmen Sie stattdessen ein Urlaubssouvenir mit nach Hause, dass Sie einsetzen können, wenn das Hamsterrad wieder zuschlägt.
Mein Wyoming-Bild hängt über meinem Arbeitsplatz und immer, wenn ich im Bürosumpf versinke, zaubern mir die Erinnerungen an Amerika ein Lächeln ins Gesicht. Das entspannt mich auch innerlich und siehe da, das geschäftliche Problem von eben ist gar nicht so gross, wie ich erst gedacht habe.

Natürlich kann es auch ein Gegenstand sein, der Sie in den Urlaub zurückholt (packen Sie sich keine verbotenen Souvenirs ein!), oder eine Handlung. Vielleicht beeindruckt sie die Lockerheit der ItalienerInnen. Oder Sie waren in einem Yoga-Retreat, und die Ruhe und Gelassenheit der Yogis hat Sie berührt. Das Ausland ist anders, und dort werden Dinge anders angepackt als zu Hause, vielleicht sogar besser, oder mit mehr Spass und Leichtigkeit. Wenn Sie eine solche Erfahrung machen, nehmen Sie sie aus den Ferien mit! Überlegen Sie sich, was Sie an ihrem Urlaubsort lernen können oder möchten. Sie können sich vielleicht auch ein Mensch aus einer anderen Kultur als Sinnbild nehmen, der sich in einer bestimmten Situation so verhält, wie Sie das gerne tun würden.

Das können Sie dann gleich selbst ausprobieren. Wenn wir mit neuen Verhaltensweisen experimentieren, machen wir frische Erfahrungen – das löst eingerittene Verhaltensmuster so erfolgreich, wie es fast keine andere Methode kann – weil es sich einfach gut anfühlt, da Sie dieses neue Muster sogleich mit Ihrem Urlaub und Entspannung verbinden.

Dazu habe ich ein herrliches Beispiel. Auf einer anderen Reise bin ich im offenen Meer mit Delphinen geschwommen, und da ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen: Wenn ein Delphin nicht mit uns zusammensein möchte, schwimmt er weg und bleibt nicht so lange bei uns, bis es ihm den Deckel lüpft oder er gar krank werden würde. Er tut immer das, was ihm guttut und was er möchte. Und das ist selten das, was andere (Menschen) von ihm wollen. Dieses Bild hat sich mir eingeprägt und ich konnte es mitnehmen - es hat mir mein persönliches Fehlverhalten mehr als verdeutlicht.

Probieren Sie es aus. Die Urlaubszeit ist nicht nur Erholung und Abschalten vom Alltag: Sie gibt uns auch die Möglichkeit, andere Länder, Kulturen und Menschen kennenzulernen. Überlegen Sie sich, wenn Sie heuer in die Ferien fahren, welches Feriensouvenir Sie für den Businessalltag mit nach Hause nehmen könnten. Und dann tun Sie es! Viel Freude dabei!

Sie fragen sich, wie Sie mehr Lockerheit und Spass in Ihren Alltag einbauen können? Dann können Sie mehr dazu hier finden.

Frau Humuffel weiss, wie der Hase läuft. Hier anmelden.

Mittwoch, Juli 13, 2016

Wie bei Ronaldo: Im Geschäftsleben gibt auch keiner Foul!

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Warum miese Taktiken zu schlechten Geschäften führen

Paris, 10.07.2016. Wir befinden uns am EM-Final zwischen Portugal und Frankreich. Die Spieler stehen auf dem Platz bereit, schwitzen in der Abendwärme und können es kaum erwarten, dass es endlich losgeht. Die Franzosen erscheinen keck und geniessen die angeheizte Atmosphäre im Stadion, während die Portugiesen voller Konzentration und Selbstbewusstsein dem Anpfiff entgegenfiebern – auch sie erscheinen siegessicher, schliesslich können sie auf ihren Superstar zählen.

Doch die Tränen fliessen gleich zu Beginn. Sie liefen Cristiano Superstar über’s Gesicht, nachdem er nach einem ungesühnten Foul von Dimitri Payet Forfait geben musste. Er verliess Schauplatz mit schmerzverzerrtem Gesicht auf einer Trage - ich denke, dass das ein Anblick war, der selbst dem hämischsten Barcelona-Fan jegliche Schadenfreude austrieb. „So kann es doch nicht enden“, raunte man im Stadion.

Tat es auch nicht: 95 Minuten später und nach viel portugiesischer Rumeierei ging ein Wahnsinns-Fernschuss von Eder ins Netz. Er erfüllte den portugiesischen Traum – und versetzte der Grande Nation einen Stich ins Herz.

Spannend. Aber: Trotz all diesen emotionalen Ereignissen gab es irgendwie nur einen. Ronaldo. Er stand ständig im Mittelpunkt: Sämtliche Kameras waren von Anfang an auf ihn gerichtet. Es war ein gefundenes Fressen für die Kamera, als er in der Pause in der Kabine die Express-Trainerausbildung absolvierte, um seine Mannschaft (und Cheftrainer Santos) gar überschwänglich zu motivieren.
Und als die Portugiesen nach langen Minuten des Zeitschindens und Dribbelns den Pokal dann doch bekamen, ging es mit den emotionalen Bildern richtig los: Tränen flossen erneut, und zwar so sehr, dass es auch den Zuschauer das Wasser in die Augen treibt. Jubeln kann Ronaldo nämlich auch wie kein Zweiter.

Ich bin keine Fussballexpertin, aber ich frage mich, wessen EM das eigentlich war. Die von der portugiesischen Mannschaft oder die von Ronaldo? Was meinen Sie? Die Frage hat mich doch eine ganze Weile beschäftigt. Und mich auf eine Idee gebracht. Ich hätte es zwar nicht gedacht, aber es gibt einige Gemeinsamkeiten zwischen Fussball und Business.

Erfolge dann feiern, wenn sie anfallen

So wie ich das sehe, werden viele Chefs ihren Mitarbeitern nicht gerecht. Ich kann es nicht oft genug wiederholen, aber Mitarbeiterpflege ist die Königsdisziplin im Geschäft. Sie entscheidet über Erfolg oder Misserfolg.

Wie ist es bei Ihnen? Bekommen Sie Anerkennung im Geschäft? Geben Sie Ihrem Team die Aufmerksamkeit, die es verdient? Nicht immer, oder? Ausser Sie sind der Shooting-Star. Ähnlich verhält es sich mit den Portugiesen: Sämtliches Rampenlicht ist nur auf eine Person gerichtet. Aber wer hat die EM denn gewonnen: Ronaldo oder das gesamte Team? Nicht nur ein Fussball-TEAM möchte Aufmerksamkeit, auch im „normalen Geschäftsleben“ wollen die Mitarbeiter gesehen und wahrgenommen werden.

Kandidat oder Chef für die Stelle unpassend?

Ein guter Fussballcoach weiss sehr genau, welcher Spieler er wo einsetzen muss. Es käme doch keinem Trainer in den Sinn, einen Stürmer ins Goal zu stecken oder einen Verteidiger in den Sturm. Doch leider ist das im Business an der Tagesordnung und oft landen Mitarbeiter durch Umstrukturierungen oder Ignoranz genau da, wo sie nicht sein wollen. Oder gar sollten.

Das „normale Geschäftsleben“ ist ungleich einer EM nicht nur eine Momentaufnahme. Geschäftliche Erfolge werden aber in den meisten Fällen so gehandhabt. Wenn Mitte Jahr Tolles geleistet wird, also ein grosser Kunde dazugewonnen, ein neues Produkt erfolgreich lanciert oder mit ordentlich Schmackes verkauft wird, wird das in den meisten Fällen erstmals ignoriert. Keine Zeit zum Feiern!
Das ist genau so, wie wenn die Fans bei einem Spiel ein wichtiges Tor ignorieren würden, nur um am Ende des Spiels in Jubel auszubrechen. Unvorstellbar, oder? Nichtsdestotrotz kommt dann im Dezember jedes Jahr aufs Neue der langweilige, nichtssagende Weihnachtsbrief, mit dem man sich ganz allgemein für die Zusammenarbeit bedankt. Leistungen werden so aber überhaupt nicht gewürdigt und angesprochen fühlt sich auch keiner.

Die Folgen dieser Geschäftspraktik? Im Endeffekt vergeben Sie wertvolle Umsätze. Viel wichtiger ist jedoch: Dieses Verhalten sorgt dafür, dass Ihre Mitarbeiter innerlich kündigen. Oder nur noch Dienst nach Vorschrift erledigen. Die Teams werden immer frustrierter, werden (oder „feiern“) viel öfter krank und verfallen in Burnouts und solche Geschichten.

Lob austeilen, Umsatz einstecken

Der erste und einfachste Schritt für mehr Zufriedenheit im Team: Erfolge feiern, Emotionen zulassen! Erinnern Sie sich daran, wie Eder und die portugiesische Mannschaft am Sonntag Ihren Sieg feierten, und tun Sie es Ihnen gleich. Das heisst nicht, dass Sie das nächste Mal, wenn etwas Tolles passiert laut brüllend in die Siegerpose verfallen müssen. Nein. Sie sorgen dafür, dass Ihr Team auch innerlich jubiliert. Und zwar so:

Stellen Sie sich vor, dass Sie Trainer Ihrer Businessmannschaft sind. Stecken Sie die Eckpfeiler ganz klar ab und stellen Sie die Mitarbeiter dort auf, wo sie gut sind. Damit das funktioniert, müssen Sie sich mit Ihrem Team auseinandersetzen und genau hinhören.

Das klingt nach Arbeit. Im ersten Moment ist das auch so, aber als geschickter Stratege (geschickte Strategin) merken Sie bereits nach kurzer Zeit, dass Sie mit diesem Ansatz den ganzen heute herrschenden Motivationswahn getrost auf die Seite stellen können. Wenn Sie Ihre Spieler das machen lassen, worin sie gut sind, haben die Freude an ihrer Arbeit und bringen ihre Stärken dort ein, wo Sie sie benötigen.

Und so geht’s:

1. Schenken Sie Vertrauen
2. Lassen Sie die Mitarbeitenden so spielen, wie es jedem taugt. Und nicht so, wie Sie es sich vorstellen. Stecken Sie nur die Richtlinien
3. Geben Sie konstruktives Feedback, wenn etwas schiefläuft. Verhalten Sie sich Fehlern gegenüber positiv und wischen Sie das Geschehene nicht einfach unter den Teppich. Sprechen Sie unfaires und schädigendes Verhalten an.
4. Und ganz wichtig: Wenn Tore fallen – Loben Sie! Und zwar gezielt und voller Ehrlichkeit. Nehmen Sie sich Zeit, das Lob im persönlichen Gespräch auszusprechen. Das dauert nicht einmal zwei Minuten, die Ihnen als Führungsperson unschätzbare Anerkennung und Sympathiepunkte einbringen.

Lehnen Sie sich zurück und beobachten Sie, wie viele Ihrer Mitarbeiter plötzlich das Tor treffen, oder versuchen, mehr Tore zu schiessen. Diese Mannschaftsaufstellung hat nicht nur den Vorteil, dass Ihre Mitarbeiter das tun können, was ihnen am Herzen liegt, sondern auch, dass Sie als Führungsperson gute Stimmung verbreiten, Humor zulassen und während der Arbeit auch tatsächlich was zu Lachen haben. Klingt gut, oder?

Das Thema Fussball wäre - genau wie die EM 2016 - für’s erste abgehakt. Mehr Business gibt’s hier.

Mittwoch, Juni 29, 2016

Jung und Alt: Die richtige Mischung macht’s!

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Nicht mit mir: Mit 55 auf dem Abstellgleis

Im vergangenen Jahr war ich für eine Firmen-Weihnachtsfeier gebucht, ich trat dort als Kabarettistin auf. Der Saal war voll, die Stimmung brummte – bis der CEO die Bühne betrat und anfing, seine Rede zu halten. Ich spürte die Veränderung der Stimmung im Saal sofort, und spitzte daraufhin die Ohren, was der Geschäftsführer erzählte: Mit monotoner Stimme leierte er Negativ-Facts herunter und beschwerte sich, wie schlecht doch dieses Jahr die Geschäfte liefen, wie gross die Herausforderungen seien, etc., etc. Er hatte für nichts und niemanden auch nur ein positives Wort übrig.

Nach seinem Lamento ehrte er drei Mitarbeiter, die schon 25, 30 und 35 Jahre mit an Bord waren. Besser gesagt, er wollte sie ehren. Stattdessen stellte er die Firma, die Mitarbeiter und vor allem sich selbst in nur zwei Sätzen bloss: „Wegen den harten Zeiten haben wir leider kein Jubiläumsgeschenk für Sie. Trotzdem bedanken wir uns natürlich recht herzlich für Ihren Einsatz in unserer Firma.“

Betretenes Schweigen.

Ich stand kurz vor meinem Auftritt und atmete noch einmal tief durch, denn ich durfte mich ja nicht davon ablenken lassen, dass ich den Bettel am liebsten hingeschmissen und den drei Mitarbeitern meine Gage gespendet hätte.

Die richtige Balance wird verfehlt

Ich glaubte, mich laust ein Affe! So eine Respektlosigkeit. Doch zweifellos ging es an diesem Abend um ein sehr gegenwärtiges Thema: Die Balance zwischen jung und alt in Unternehmen. Sie ist nämlich in vielen Firmen durcheinander geraten.

Oftmals wird uns der Einstieg ins Arbeitsleben alles andere als leicht gemacht. Wenn wir jung sind, kritisiert man an uns, dass wir noch keine Berufserfahrung haben (ja woher denn auch?) und wenn die Erfahrungsjahre dann vorbei sind, wird es auch nicht besser: Dann heisst es, dass wir zu alt sind und unser Verhalten zu festgefahren sei, um noch produktive Arbeit zu leisten.

Die Kraft der Jahre die dazwischen liegen, wird schonungslos ausgesaugt. Oder wir streben sogar noch selber nach mehr Erfolg, Geld und Anerkennung und pushen uns daher noch härter. Eine echte Herkulesaufgabe, die Arbeitnehmer täglich meistern müssen. Dass das vor allem in den späteren Jahren nicht mehr wirklich gelingt, kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Immer wieder habe ich ältere, gut qualifizierten Menschen im Coaching, die ausrangiert wurden und mit der Situation nicht umgehen können. Oftmals ist es so, dass ihre Ex-Firma auch noch so „nett“ war, über den Kopf einer betroffenen Person über Frühpensionierungspläne zu entscheiden. Selbstverständlich ohne vorher nachzufragen, ob sie das möchte oder nicht. Traurig. Obwohl diese Menschen ja noch besser gestellt sind als solche, die gnadenlos gefeuert wurden.

Die Schere zwischen den Generationen wird grösser

Der Punkt ist, dass unsere Älteren nicht angeschoben werden wollen! Was mir an der Situation am meisten zu denken gibt, ist, dass wir in Führungspositionen gezwungen sind, zum Wohle des Geschäftserfolgs solche Entscheidungen zu treffen.

Wenn Sie gerade in einer solchen Situation sind, fühlen Sie sich bitte nicht angegriffen. Ich verstehe wirklich, dass Sie das weder freiwillig tun und ich weiss, dass Ihnen das keinen Spass macht. Doch Hand aufs Herz: Sie wissen, dass wir alle älter werden, Abteilungsleiter oder nicht. Wollen SIE später so behandelt werden?

Bestimmt nicht. Stellen Sie sich darum vor – egal wie alt Sie tatsächlich sind - dass Sie gerade zu hören bekommen, dass Sie das Unternehmen aufgrund von finanziellen Engpässen frühzeitig verlassen müssen. Schliessen Sie dazu einen Moment die Augen und horchen Sie in sich hinein. Wie fühlt sich das an? Zerknirschend? Lähmend?
Kein Wunder, denn das ist ein ganz schöner Hammer und mit das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann. Es geht um das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden und auf dem Abstellgleis zu landen. Kein Mensch hält das aus. Jahrelang haben Sie sich mit dem Unternehmen identifiziert.

Es ist aber die Realität, dass wir gerade in solchen Momenten funktionieren müssen. Deshalb nehmen Sie nun Ihren virtuellen Humorkoffer hervor und rekapitulieren, was Sie schon alles gelernt haben (zum Beispiel in den vorhergehenden Blogs). Sie verharren daher nicht in dieser Situation, sonder überlegen sich, was Sie in der Situation anstelle eines Frühpensionierungsvorschlags von Ihrem Arbeitgeber hören möchten. Falls Sie in der Situation sind, einen Mitarbeitenden feuern zu müssen, hilft Ihnen die Übung, sich in Ihr Gegenüber zu versetzen.

Vergessen Sie nie, dass auch Sie älter werden!

Wenn sich eine Kündigung wirklich nicht verhindern lässt, dann ist es wichtig, diese so direkt und früh wie möglich zu kommunizieren. In dem Fall kommt es darauf an, wie Sie es dem Betroffenen sagen. Denken Sie während des Gesprächs an eine vernünftige Erklärung, an Fairness und Respekt. Es ist dann immer noch ein harter Brocken für den oder die Betroffenen. Wenn Sie jedoch an diese drei Werte denken, dann kann er oder sie in Würde abtreten und womöglich sogar nachvollziehen, warum der Schritt ausgeführt werden musste.

Umdenken für einen Generationen-MIX

Doch nicht nur auf der persönlichen, auch auf der geschäftlichen Ebene haben solche „Frühpensionierungs-Ideen“ und Entlassungen teure Folgen. Vielen Teamleitern ist überhaupt nicht bewusst, was Sie an Potential vergeben, wenn sie gut qualifizierte und erfahrene Menschen aus Kostengründen entlassen. So enden unsere Firmen mit zu wenig Wissen und stockendem Austausch zwischen den unterschiedlichen Generationen. Dies hat weniger Effizienz und komplizierte Teamverhältnisse zur Folge, die dem Arbeitsklima schaden und keinen Spass an der Arbeit mehr zulassen.

Erfolgreich unterwegs sind heute solche Unternehmen, die sich die Waage zwischen jung, mittel und älter halten. Dazu gehört ebenso eine geschickte Ratio zwischen Männern und Frauen. Schliesslich haben Männer ihre Stärken und Schwächen, und auch Frauen haben ihre Stärken und … jetzt ist mir doch glatt das zweite Wort entfallen :-))

Scherz beiseite: Fragen Sie sich, wie die Generationen-Mischung in Ihrem Betrieb aussieht. Sehen Sie Verbesserungspotential, oder tendieren Sie zu sehr auf eine Seite?

Die Mischung macht’s aus

Rezept:
Man nehme einen Esslöffel reife Generation und 1/2 Liter junge Talente, mische eine Messerspitze Frauenpower (grosse Spitze) dazu und schmecke mit einer Prise Männertemperament ab.

In meinem Unternehmen profitiere ich unglaublich viel von ganz jungen Menschen - doch auch von der älteren Generation. Wenn Sie sich das heute bewusst machen, profitieren Sie für die Zukunft in zweierlei Hinsicht: Erstens wird sich die demographische Lage, die sich heute abzeichnet, in Zukunft verschärfen (wir stehen kurz vor einer Überalterung der Gesellschaft) und zweitens lässt es sich nicht vermeiden, mit der Zeit zu gehen. Die Tatsache, dass es vermehrt auch die Arbeitnehmer sind, die sich ihre Arbeitgeber und ihre Stellen aussuchen, lässt sich nicht leugnen. Arbeitnehmer sind nicht mehr auf jede Stelle angewiesen. Zu recht! Denn sie sind es, die in Unternehmen für Frische und Aufwind sorgen. Kümmern Sie sich deshalb gut um den Nachwuchs und Ihre Mitarbeiter – oder geben Sie die Verantwortung dafür in erfahrene Hände. So stellen Sie die Weichen für Ihren Erfolg in der Zukunft.

Kennen Sie Frau Humuffel? Die weiss schon lange, wie der Hase läuft. Hier anmelden.

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