Donnerstag, Februar 16, 2017

Über Besserwisser - die Klugscheisser unter den Dumpfbacken

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„Lieber Gott: Hilf mir, mein loses Mundwerk zu halten, wenigstens dann, wenn niemand nach meiner Meinung gefragt hat.“

Heute schlüpfen wir zu Fabienne und Mauro ins Auto: Die Stimmung ist mau, weil normalerweise Mauro fährt. Vorgestern hat er sich aber den grossen Zeh gebrochen – und nun muss Fabienne fahren. Sie steigen ein, Fabienne checkt die Spiegel, stellt den Sitz ein und möchte losfahren. Sie legt den Rückwärtsgang ein und los geht die Knirscherei.

„Schönen Gruss vom Getriebe“, murmelt Mauro und erntet einen Seitenblick von Fabienne dafür. Weiter geht’s, Mauro schmollt vor sich hin und schaltet das Radio an. Sie kommen an eine Ampel. Es wird grün, aber Fabienne schaut zum Fenster raus.
„Schatz, das Gas ist rechts, und grüner wird’s auch nicht mehr.“

Fabienne ärgert sich, sagt aber nichts. „Ruhig bleiben“, denkt sie sich, atmet tief durch und fährt gelassen weiter.
„Umleitung, gopferdeckel! Bieg links ab, Schatz, jetzt, hier!“, ruft Mauro plötzlich, während Fabienne trotz Mauros Warnung geradeaus weiterfährt - da ist sie, die Sackgasse.

„Ich hab’s dir doch gleich gesagt, dass du nicht Auto fahren kannst!“, schimpft Mauro. Da steigt Fabienne aus, schletzt die Türe und öffnet den Kofferraum, wühlt in ihrer Tasche und findet, was sie sucht. Sie macht einen Satz ums Auto herum und baut sich vor Mauro auf. Dieser schaut erst verdattert drein, und bricht dann in schallendes Gelächter aus: Fabienne hat sich eine ulkige Komikbrille aufgesetzt und streckt ihm lachend die Zunge raus. Glasklar, dass die Stimmung für den Rest des Tages sonnig war.

Klasse, die Reaktion, oder? Hätten Sie auch so reagiert?
Unwahrscheinlich, denn Besserwisser sind echt nervig. Oftmals können wir auch nicht so locker und humorvoll reagieren, weil wir vom Alltag genervt und sowieso mit dem Leben beschäftigt sind. Da kommen uns Klugscheisser mit nervigen Kommentaren gerade recht.

„Besserwisser sind Leute, die einem Pferd die Sporen geben, auf dem Sie gar nicht sitzen“

Ob privat oder im Business: Auf Neunmalklugerei sollten wir verzichten. Immer. Sie ist mit Garantie der schnellste Weg, Kunden, Mitarbeiter und liebe Menschen in die Flucht zu schlagen. Wenn wir alles besser wissen und nicht zuhören, verlieren wir den so wichtigen Sympathiefaktor – die wichtigste Komponente überhaupt, um Menschen in unseren Bann zu ziehen (und erfolgreich zu verkaufen).

In meinen Seminaren stelle ich oft fest, dass Menschen vielfach reden, ohne ihrem Gegenüber ein einziges Mal ins Gesicht zu sehen. Wenn sie das täten, würden sie nämlich herausfinden, ob es das Gegenüber überhaupt interessiert, was gerade gequatscht wird.

Privat ist das eine Sache, etwas Anderes ist es im Business: Viele Verkäufer arbeiten nach wie vor mit dieser Methode – sie pfeffern mit Fachwissen und Jargon um sich, dass den potentiellen Kunden vor lauter Langeweile Hören und Sehen vergehen. Oft geschieht das nicht einmal mit Absicht, aber als Besserwisser sind wir viel zu sehr damit beschäftigt, uns selbst beim Reden zuzuhören. Dass das Gegenüber dabei abdriftet, geht völlig an uns vorbei, frei nach dem Satz: „Als ich zum Abschluss kam, war der Kunde schon weg.“

Schade.

Sag nicht alles, was du weisst, sondern wisse, was du sagst“

Kommt Ihnen jemand bestimmtes in den Sinn, wenn Sie an „Besserwisser“ denken? Wir wollen hier ja nicht zu sehr generalisieren, aber es gibt unter Klugschwätzern doch ein bestimmtes Muster:

Oftmals sind es Menschen, die festgefahren auf Ihr Wissen sind. Sie bemerken dabei weder die Signale anderer Menschen, noch, dass sie ihr eigenes Weiterkommen mit der Schwätzerei blockieren. Dadurch schränken sie ihren eigenen Horizont ein und vermeiden es, neue Chancen zu begrüssen.

Doch diese neuen Chancen und Wege sind es, die uns neue Denkanstösse verpassen. Egal ob Sie manchmal auch gerne etwas klug schwatzen, oder ob Sie ein zuhörerisches Supertalent sind - mit der heutigen Übung möchte ich einen neuen Anstoss geben.

7-Minuten-Wondertalk

Ob Verkaufs- oder Mitarbeiter- oder Datinggespräch: Versuchen Sie im nächsten Tête-à-tête, während 7 Minuten so viel wie möglich über Ihr Gegenüber zu erfahren. Gleichzeitig reden Sie denkbar wenig über sich, Ihre Produkte oder Ihre Hobbies. Wenn Sie das geschafft haben, haben Sie bereits verkauft - ohne dabei etwas zu verkaufen.

PLUS: Sie haben nun ein reiches Wissen über Ihr Gegenüber, dass Sie ganz galant in weitere Gespräche einbauen und nutzen können. Merke: Jeder Mensch wünscht sich, dass man sich für ihn interessiert.

Ein Beispiel:

Mit dem Wondertalk habe ich in den ersten 7 Minuten von einem Neukunden erfahren, dass er ein leidenschaftlicher Segler ist.

An dem bestimmten Punkt im Gespräch, an dem es um den Abschluss ging, habe ich gesagt: „Mit meinen Vorträgen ist es wie beim Segeln. Solange der Wind in die richtige Richtung bläst und alles in Ordnung ist, funktioniert das Team. Sobald sich der Wind jedoch legt und man innerhalb kürzester Zeit handeln muss, bläst Humor den richtigen Wind wieder in die Segel, damit die Crew ohne viel Stress ans Ziel kommt.“

Habe ich den Kahn sicher in den Hafen navigiert? Klar doch.

Falls Sie gerade warmgelesen sind und etwas mehr Besserwisser-Wissen tanken wollen, kann ich Ihnen dieses witzige Video empfehlen.

Anmelden: Auch Frau Humuffel schwätzt manchmal klug.
Aber nie dumm.

Donnerstag, Februar 2, 2017

Glauben Sie nicht alles, was Ihnen vor die Nase gesetzt wird

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Hinterfragen Sie Ihre Denkmuster

Im Wald geht das Gerücht um, der Bär habe eine Todesliste. Der Hirsch geht zum Bären und fragt ihn:

„Bär, stehe ich auf deiner Liste?“
„Ja“, sagt der Bär, schaut ihn eine Weile lang an und frisst ihn dann auf.

Er ist in die Falle getappt! In der Gerüchteküche der Waldbewohner brodelt es. Nun geht das Wildschwein zum Bären und fragt ihn:

„Bär, stehe ich auf deiner Liste?“
„Ja“, sagt der Bär, schaut es an, und frisst es schliesslich auf.

Es ist in die Falle getappt! Nun bricht Panik im Wald aus. Nur der schlaue Hase traut sich noch zum Bären und fragt:

„Bär, stehe ich auf deiner Liste?“
„Ja“, sagt der Bär und schaut ihn an.
„Kannst du mich streichen?“, fragt der Hase und klopft mit dem Fuss.
„Kein Problem“, sagt der Bär, und streicht den Hasen von der Liste.

Das Verhalten der anderen Waldbewohner könnten Sie als Verhalten nach „allgemein geglaubten Falschheiten“ bezeichnen. Das sind festgesetzte Denkmuster, die mehr Schaden als Nutzen anrichten: Diese Sätze lassen uns zu ängstlichen Mäusen werden und immer wieder in böse Fallen tappen.

Nun fände ich es aber interessant, Ihren persönlichen Satz kennenzulernen. Geht er in eine der folgenden Richtungen?

- Böse Mädchen kommen nicht in den Himmel
- Männer dürfen keine Gefühle zeigen
- Ich kann nicht, weil… (hier dürfen Sie Ihr Lieblingsende einsetzen)

Diese Unfugereien existieren zuhauf, und genau wie die Waldbewohner lassen sie uns Menschen manchmal ganz schön irrationale Dinge tun.

Was wir vom Hasen lernen können? Das Sie nicht alles glauben sollen, was Ihnen vor die Nase gesetzt wird! Die Realität sieht jedoch manchmal ganz anders aus:

Anstatt – wie der Hase – die allgemeinen Denkmuster zu hinterfragen, handeln wir nach tief eingegrabenen, angelernten Verhaltensweisen. Aus diesem Grund machen wir heute „Aktiv-Blogging“. Das heisst, dass Sie noch mehr als sonst Mitdenken dürfen ☺ Denn ich finde es wichtig, dass wir uns fragen, wie sich solche Sätze und allgemein geglaubte Falschheiten auf uns auswirken.

Zum Beispiel glauben wir, dass wir jeden Stress im Job aushalten müssen, weil es den anderen auch so geht und wir keine Schwäche zeigen wollen. Oder wir behalten unsere ehrliche Meinung so lange zurück, bis wir vor Ärger platzen - um die Gefühle der anderen zu schonen? Meistens sind es Verhaltensweisen, die zur Folge haben, dass wir unser Leben nicht mehr so gestalten, wie wir es wollen.

Leben Sie auch nach solchen Sätzen? Nun seien Sie mal nicht scheu; in der Regel rufen wir alle ganz laut „Ja“ und „mehr davon“, wenn die Engelchen diese Denkmuster verteilen ☺

Die Parade der allgemein geglaubten Falschheiten

Diese Falschheiten vergleiche ich gerne mit riesigen Steinbrocken, die uns auf unserem Lebensweg daran hindern, geradeaus zu gehen. Egal was es ist, was Ihnen eingetrichtert wurde oder welcher Satz in Ihrer Familie über Generationen hinweg galt, es ist definitiv Zeit, dieses Zeug über Bord zu werfen. Ansonsten geben wir dieses Verhalten womöglich noch an unsere Nachkommen weiter.

Doch wie sehen sinnvollere Sätze aus? Und was bringt es uns, unser Denken hin und wieder zu hinterfragen?

Beispiel-Sätze, die es schon lange gibt:
- Bleib so wie du bist!
- Behandle andere so, wie Du gerne behandelt werden möchtest
- Geld stinkt und macht nicht glücklich!

Dazu möchte ich Ihnen ein paar Dinge sagen. Ich gebe hier meine persönliche Meinung wider, spreche aus meiner Erfahrung und möchte natürlich niemandem nahetreten. Doch manchmal muss es auch mal gesagt sein. Auch wenn’s nicht bequem ist.

1. „Bleib so, wie Du bist…“
Wenn wir Geburtstagswünsche bekommen steht oft drauf, dass Sie so bleiben sollen, wie Sie sind. Wenn Sie eine solche Karte erhalten – Papierkübel einfach! Wieso? Wenn Sie immer so bleiben, wie Sie sind, dann ist das für Ihr Umfeld zwar sehr bequem, Ihnen bringt das aber rein gar nichts. Investieren Sie in sich selbst! Glauben Sie an sich, verwirklichen Sie Ihre Lebensträume. Wenn Sie das nämlich nicht tun, kommen Sie Ihren Träumen keinen Schritt näher. Leben Sie das Leben, das Sie wollen – nicht das, was die Anderen für Sie bestimmt haben.

2. „Behandle andere so, wie du behandelt werden willst…“
Angenommen ich behandle meine Freundin so, wie ich gerne behandelt werden möchte… Das passt doch gar nicht zu ihr! Ich habe meine Art, sie die ihrige und wir sind grundverschiedene Seelen. Und das ist auch gut so. Das beginnt schon beim Gastgeschenke mitbringen: Haben Sie auch schon bemerkt, dass wir meist das mitbringen, was wir selbst gerne mögen? Aber wer denkt an den Gastgeber? Deshalb gebe ich mir alle Mühe, jeden Menschen so zu behandeln, wie er gerne behandelt werden möchte. Meine Mitmenschen schätzen das sehr.

3. „Geld stinkt und macht nicht glücklich…“
Riechen Sie mal dran. Sie werden ganz überrascht feststellen, dass Geld nicht stinkt. Und glücklich kann es auch machen. Mich beispielsweise, weil ich heute ein Stück unabhängiger bin, als ich es noch war, als ich mich mit meinem Business selbstständig gemacht habe. Damals war ich nämlich oftmals besorgt, weil ich so viele Ausgaben und zu wenige Einnahmen hatte. Als „stinkend“ bezeichne ich das definitiv nicht. Eher ist das Gegenteil der Fall.

Und – welcher Satz ist Ihr Liebling? Sagen Sie’s mir.

Viel Erfolg beim Hinterfragen!

In meinem Buch schreibe ich noch mehr zum Thema Glaubenssätze. Kaufen Sie’s hier.

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Donnerstag, Januar 12, 2017

“Wie jetzt, ich soll mit so Kunden reden, als ob es Menschen wären?!

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Wie Sie Geschäftsfreunde gewinnen

Schon Wochen im Voraus jagt er einem in der Regel ein kalter Schauer den Rücken hinunter, der Termin beim Zahnarzt. So nett die Zahnarzthelferinnen auch sind, so professionell und „menschlich“ der Auftritt der Praxis auch sein mag: Es ist unglaublich unangenehm, sich ins Wartezimmer zu setzen und Zeit zu vertrödeln bis der eigene Name aufgerufen wird. Nur um sich danach in den Zahnarztstuhl zu legen und darauf zu warten, dass einen die Zahnärztin oder der Zahnarzt sagt, dass man schon wieder nicht genug gezahnseidelt und nicht ordentlich geputzt hat. Von Spritzen und Bohrern würd’ ich am liebsten gar nicht reden, doch genau um das Thema „wie man mit Kunden umgeht“ geht es heute. Denn mein Zahnarzt ist eines der positivsten Beispiele, das mir dazu einfällt.

Bei meinem Zahndoktor spüre ich nicht das typische „Arzt-Gefühl“, sondern, dass er sich gut in Menschen hineinversetzen kann. Wenn der Bohrer dann doch einmal zum Einsatz kommen muss und ich Angst vor der Spritze habe, dann bringt er mich zum Lachen und – schwupps – ist die Spritze drin. Einmal sagte er zu mir: „Frau Villiger, Sie müssen den Mund nicht so weit öffnen, ich bleibe draussen!“ Herrlich, oder?

Für die regelmässigen Blogleser unter Ihnen: Haben Sie erkannt, dass er die Humortechnik Mammut anwendet?

Wie und warum Sie die Vertrauenssache für sich nutzen können

Die heutige Gretchenfrage lautet nicht, ob Sie gern zum Zahnarzt gehen, sondern, wie Sie Ihre Kunden behandeln. Und wie Sie als Kunde gerne behandelt werden möchten. Sehen Sie – je persönlicher und menschlicher wir miteinander umgehen, desto eher bauen wir Vertrauen zueinander auf. Und Vertrauen bedeutet im Endeffekt erfolgreich verkaufen. Menschen kaufen nämlich Vertrauen. Genau, ein Gefühl! Ein Kunde entscheidet immer nach Gefühl und Sicherheit. Natürlich spielen auch Preisfragen eine Rolle, aber sie ist nicht vordergründig:

Wenn Sie 2 Offerten für asiatische Bambusmöbel für Ihr Traumhaus von unterschiedlichen Firmen einholen, sagen wir
1. Eine Offerte vom unbekannten Billiganbieter
2. Eine Offerte einer bekannten und gut situierten Firma

würde das Szenario bei mir wie folgt aussehen. Ich würde die Angebote vergleichen. Fände, dass der Billiganbieter wahrscheinlich unschlagbar im Preis ist, aber ich bin da auch vorsichtig. Auf was ich grossen Wert lege ist, dass die Lieferung pünktlich kommt, die Qualität stimmt, alles mit der Bezahlung klappt und ich einen persönlichen Ansprechpartner habe, wenn es Probleme gibt.

Dafür bin ich bereit auch mal mehr zu bezahlen und nicht schon mal grundlegend den Billiganbieter zu nehmen. Genau hinschauen loht sich also und auch zu wissen, wo unsere Prioritäten liegen.

„Ich habe gut verkauft, nur der Kunde weiss nichts davon“

Wie behandeln Sie Ihre Kunden? Reden Sie mit Ihren Käufern, wie Sie mit Freunden und mit „Menschen“ sprechen, oder behandeln Sie ihn wie „Kunde-Nr. X20317? Die Sache ist die: Hinter jedem Kunden steckt ein Mensch, und wenn wir im Business erfolgreich(er) sein wollen, dann dürfen wir uns diese Regel hinter die Ohren schreiben.

Aus demselben Grund ist die Verkaufsrate von Weiterempfehlungen sehr hoch, und gleichzeitig auch sehr einfach zu nutzen. Der „gute Ruf“ ist brachliegendes Potential, welches die meisten Geschäftsmenschen schlichtweg verschenken. Gerade bei „Persönlichem“ wie dem Gang zu Ärzten, Zahnärzten oder Therapeuten, folgen wir oft Empfehlungen von Bekannten, und so besteht bereits ein Vertrauensverhältnis – ohne, dass der Dienstleister einen Finger krumm getan hat.

Die Preisfrage wird auf diese Weise beinah zur Nebensache.

Schnell-Reflexion: Überprüfen Sie in einem ersten Schritt, ob Sie beim Verkaufsgespräch zu sehr mit sich selbst oder mit dem verkaufen des Produkts beschäftigt sind. Verwenden Sie oftmals gelernte Phrasen? Fallen, mit denen Sie die Kunden verpassen. Machen Sie aus ihren Klienten stattdessen „Geschäftsfreunde.“

Das Verkaufsgespräch mit Humor bestücken

Ganz famos, dass uns Humor und Aufmerksamkeit gerade bei Verkaufsgesprächen wunderbar helfen kann, „Kunde-X167“ in einen Geschäftsfreund zu verwandeln.

Es würde Ihnen doch nie in den Sinn kommen, jemanden, mit dem Sie zufrieden sind so weiterzuempfehlen: „Mein Steuerberater macht nur 0,01 Fehler pro 500 Buchungsvorgängen.“

Viel eher so: „Weisst Du, mein Buchhalten ist zuverlässig und immer, wenn ich eine Frage habe, nimmt er sich Zeit für mich. Ich kann mich zu 100% auf Ihn verlassen.“

Sie würden ebenso wenig sagen: „Die Kissen im Hotelzimmer verfügen über 10′000 Federn und die Bettqualität ist deutlich höher als beim Mitbewerber.“

Ganz klar jedoch: „Unser Hotel in Hamburg war echt super. Wir sind sehr freundlich empfangen worden, all unsere Wünsche wurden uns von den Augen abgelesen.“

Eine weitere Strategie: Dem Geschäftsfreund ins Gesicht sehen.

Statt Produkteigenschaften aufzuzählen und Aufgaben schlichtweg abzuarbeiten: Schauen Sie den Geschäftsfreund an. Finden Sie raus, worauf er anspricht, was er will und was ihm wichtig ist.

Klingt logisch? Überprüfen Sie das nächste Mal, wenn Sie beim Kunden sind, wie viel Sie tatsächlich vom Geschäftsfreund wahrnehmen.

So schaffen Sie Vertrauen und Ihr Gegenüber erinnert sich gerne an das Gespräch; genau die Voraussetzungen, die Sie benötigen, um gut zu verkaufen.

Viel Erfolg!

Spass haben und auch noch besser verkaufen? Yvonne fragen.

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Donnerstag, Dezember 15, 2016

Weihnachten, und ich hab’ so gar keinen Bock drauf. Hallelujah!

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Wenn nicht das Weihnachtsgeläut bimmelt, sondern die Alarmglocken schrillen

„Jinglebells, jinglebells… jingles aaahaaaalll the wahay… “ seien Sie froh, dass Ihr Computer noch nicht so weit ist, mein Voiceover wiederzugeben. Ich lebe für die Bühne, fürs Singen wurde ich aber nicht geboren ☺

Stellen Sie sich Damen der Schöpfung beim Ausverkauf vor, wie sie sich am Wühltisch lautstark um die günstigsten Stücke reissen. Genauso verhält es sich mit Weihnachten: Tage-, wenn nicht wochenlang überlegen wir uns, was wir unseren Schätzen schenken sollen. Schliesslich ist der 20. Dezember da und wir haben die Geschenke immer noch nicht. Ab in die Stadt. Doch was für ein Alptraum: Extrafrüh fahren Sie los, damit Sie kurz vor Ladenöffnung schon startklar sind. Langes Gesicht, schreck lass nach, die Leute stehen schon Schlange. Nun gut, innerlich wappnen Sie sich. Tapfer kämpfen Sie sich erst durch die Parfümabteilung, nur um beim Durchspurten ein Pashmina-Schal für die Schwester zu erstehen. Als Drittes starten Sie in der Spielwarenabteilung durch, in der Sie einem Konkurrenten mit entwaffnendem Grinsen das letzte LEGO-Technik-Set vor der Nase wegschnappen.

Vollbepackt und mit Schweiß, der in Strömen läuft, mühen Sie sich in die Tiefgarage zurück. Befriedigt verfrachten Sie die Geschenkmassen ins Auto, nur um zu bemerken, dass Sie das Geschenk für die Schwiegermutter vergessen haben….

Oh, du fröhliche, oh du selige…

Es ist Ende Jahr, und der allgemeine Tenor ist, dass man auf dem Zahnfleisch läuft. Eine Freundin von mir beispielsweise, normalerweise die Quirligkeit im Person. Ihre überschüssige Energie zündet nur noch auf Sparflamme, sie klagt über Gereiztheit und ist froh, wenn sie ihre Ruhe hat und die Sporen an den Nagel hängen kann.

Wie geht es Ihnen gerade? Ich kann mir vorstellen, dass Sie ähnlich fühlen und die Feiertage herbeisehnen. Irgendwie. Irgendwie aber auch nicht, denn die Festtagsstimmung ist eigentlich ein Haufen Stress. Zusammen mit dem ganzen Rest des Jahres.

Sie sind schlichtweg leer. Basta. Aus der Puste. Ihr Leben ist auch so schon voll genug, ohne den ganzen Weihnachtstrubel. Ja, ich verstehe, wenn Ihnen das zu viel wird.

Unbewusster Weihnachtsdruck

Was das auslöst, ist nicht etwa vorweihnachtliche Glückseligkeit, sondern Stress und schlechte Laune. Eigentlich freuen Sie sich auf die Zeit mit der Familie, doch weil Sie alle mitten im Leben, ziemlich gestresst und genervt von dem ganzen Trubel sind, Ihr Schatz die nervige Tante doch wieder eingeladen hat, obwohl Sie das doch besprochen hatten… sind Sie angesäuert. Verständlicherweise.

Und da wäre noch ein anderer, nicht ganz unwichtiger Aspekt: Die Gesellschaft erwartet von uns, dass wir an Weihnachten besonders harmonisch miteinander sind. Dass wir uns alle ganz fest liebhaben. Auch wenn das vielleicht gar nicht der Fall ist momentan. Wir alle wollen uns gegenseitig ein schönes Weihnachtsfest bescheren, doch „leider“ sind wir lebendige Menschen, die Gefühle haben. Und die folgen nicht immer der Logik und der gesellschaftlichen Erwartungshaltung. Vielleicht läuft unsere Ehe grad nicht so gut, oder die Kinder pubertieren grad vor sich hin, dass es chlöpft – Christmäs hin oder her. An sich schon ein Rezept für Desaster.

Die Lösung: Mit Humor Nein sagen

Weil bald Weihnachten ist, müssen Sie heute nicht wie sonst an dieser Stelle eine Übung machen; nein, heute dürfen Sie sich zurücklehnen und Spass beim Lesen haben. Ok. Passen Sie auf:

Möglichkeit 1: Dieses Jahr findet keine Geschenkejagd statt. Nein, Sie machen etwas viel Cooleres mit und für Ihren Familiensegen: Anstatt mit unnötigen, überteuerten Geschenkesets überraschen Sie Ihre Familie mit einem Wellness-Tag oder Wellness-Kurzurlaub, in dem Sie sich alle nach Strich und Faden verwöhnen lassen. Das bringt gute Laune und Entspannung pur.

Oder Sie entscheiden sich bewusst gegen die typisch gekauften Geschenke und sind mal humorvoll kreativ mit einem Gutschein für’s Eselwandern. Toll, oder? Falls Sie noch Geschenke für pubertierende Kinder oder nervige Schwiegereltern brauchen, ich weiss, wo die Fluggesellschaften Plätze nach Timbuktu verscherbeln.☺

Möglichkeit 2: Was zu viel ist, ist zu viel

Obwohl sich einige grauenhaft darüber nerven, ist es so etwas wie ein no-go, „nein“ zum Besuch bei der Verwandtschaft zu sagen. Wie ich so höre, ist nicht die Feier mit der eigenen Familie das Problem, sondern die olle Fahrerei zu Onkel Peter und seinen langweiligen Geschichten. Oder der trockene Weihnachtsbraten von Grosstante Saskia. Kein Wunder, wenn sie die Gans immer beim Discounter kauft…

Kurzum, das ständige verplant sein nervt. Die Lösung: Einfach mal NEIN zum alljährlichen Weihnachtsbesuch sagen und stattdessen den Besuch auf eine ruhigere Zeit legen.

Warum nicht wenn es ruhiger wird im Januar einen spontanen Besuch einplanen? Versuchen Sie es! Es tut nicht weh und Sie sind sofort viel entspannter und fröhlicher und Ihr Gesicht hat sogar wieder Platz zum Lachen.

In diesem Sinne: Fröhliche Weihnachten, machen Sie’s gut!

Mittwoch, November 16, 2016

Das Land der begrenzten Unmöglichkeiten: Selber denken unerwünscht?!

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Zur Abwechslung die Konsequenzen des eigenen Handelns tragen

Donald Trump. Momentanes Lieblingsziel aller satirischen Giftspritzen. Egal ob bei den Simpsons, oder mit Sprüchen wie “orange is the new black“ (haha!) Trumpy wird in die Mangel genommen. Und hat – unter anderem auch deswegen – das Unmögliche möglich gemacht.

Wie (äusserst zweifelhafte, aber sehr unterhaltsame) Quellen berichten, hat Trump aber noch nicht genug und möchte nach seiner Amtszeit als Präsident den Vatikan regieren.
„Ich wäre ein grossartiger Papst“, sagt der spraytan-getönte Businessmogul von sich selbst. Seine Führungsideen für den Vatikan: „Hübsche Frauen rein, Kennzahlen als neue Bibel. Der Vatikan würde ich als Business führen.“

Top. Den Titel als erster “rothaariger” Papst hätte er auf jeden Fall inne. Mal abgesehen von wahnwitzigen Ideen, gigantischen Fettnäpfen und der Erkenntnis, dass man Selbstbräuner nie alleine Auftragen sollte, Was kann ich von Donald Trump lernen?

Er führt. Lotst. Leitet. Ist ein Alphatier. Immer. Und: Er denkt nach, was er tut. Er lässt nicht denken. Er übernimmt volle Verantwortung. Gibt es etwas, was dieser Mann nicht erreichen könnte? Mir fällt nichts ein. Und genau in diesem Punkt unterscheidet er sich zu den gefühlt restlichen 95% von uns.

Selber Denken unerwünscht

Ja, Amerika hat gewählt. Doch sind die Menschen auch bereit, die Konsequenzen ihrer Wahl zu tragen? Immer wieder höre ich bei Umfragen, dass „Trump es möglich machen wird.“ Er wird ihnen „ein besseres Amerika“ zurückbringen und Amerika „wieder gross machen.“

Pustekuchen wird er das! Wie soll ein einzelner Mann das schaffen? Hier findet ein Denkfehler statt, und zwar von Washington bis Beijing: Nicht Trumpy soll es richten, sondern jede Amerikanerin und jeder Amerikaner, ja jeder Mensch! Liebe Leser, EIGENVERANTWORTUNG im Gegensatz zu Himmelfahrts-ERWARTUNGEN ist der Stichpunkt.

Doch gerade im politischen Amerika findet man so was ganz selten. Viele erwarten von Trump, dass er „was tut.“ Und wenn er nicht hält was er verspricht (und er hat viel versprochen), dann kommen dieselben treuen Wähler wieder und verurteilen ihn: „Oh, er hat sein Versprechen nicht gehalten, er hat uns auch nur belogen… bla bla und so weiter.

Dabei hat er doch schon bewiesen, dass er korrupt ist und lügen kann. Das hat wohl auch der Hinterletzte gemerkt, oder? Point being: Wie lange wollen wir noch abwarten, bis ein anderer die vertrackte Situation wieder hinbiegt und etwas tut?

Was wir in Amerika auf nationaler Ebene sehen, erleben wir täglich auch im Business. Menschen wollen oft keine Eigenverantwortung übernehmen. Wir lassen uns lieber sagen, was wir tun sollen, berieseln, von morgens bis abends, jeden Tag. Wir neigen zum „T.E.A.M. denken - à la die anderen werden es schon richten, der Chef wird es uns schon sagen.

Würden wir Menschen grundsätzlich mehr Verantwortung übernehmen, müssten wir auch nicht immer einen Schuldigen suchen, sondern hätten viel mehr mutige Menschen, die etwas bewegen in unserer Welt.

DANN könnte man nämlich auch vermehrt über den „Change“ berichten, der in unserer Welt stattfindet. Doch momentan existieren die Macher-Menschen eher unter „ferner liefen“ in unseren Köpfen. Präsent sind Katastrophen, vollbusige Zicken oder Sitcoms, die betreutes Lachen auf den Plan rufen. Damit wir auch ja das Lachen nicht verpassen.

An dieser Situation sind aber NICHT die Medien schuld. Wir sind es, die diese Nachrichten – vorzugsweise schlechte - massenkonsumieren wollen. Wir begeben uns jeden Tag ins „betreute Denken“ und das oft, ohne uns zu hinterfragen.

Wir geben unsere Selbstbestimmtheit auf

Nicht überraschend, dass der allgemeine Frust wächst. Wir sind je länger je unzufriedener, weil wir immer abwarten müssen, bis die anderen es für uns in Ordnung bringen.

Diese „anderen“ sind also für unsere Stimmung verantwortlich. Damit begeben wir uns (unbewusst) in Abhängigkeiten: Abhängig vom Chef, der Laune der anderen Mitarbeiter, von der Regierung, von meinem Mann, von meinen Freundinnen oder gar vom nächsten Lottogewinn.

Mit Verlaub: Eigentlich sind wir es, die verrückt sind, und nicht old chap Trumpy.

Das Leben selbst in die Hand nehmen

Wenn Sie etwas von meinem Blog heute mitnehmen, dann, dass Sie sich von Abhängigkeiten lösen dürfen. Sie haben die Wahl, so zu leben, wie andere Sie haben möchten, oder so zu leben, wie Sie es wollen.

Seien Sie mutig und nehmen Sie Ihr Leben selbst in die Hand. Grosses Fragezeichen? Halten Sie sich vor Augen, dass nur Sie sich selbst sein können – das kann Ihnen keiner Abnehmen. Mein Partner und ich haben beispielsweise unser Leben auf den wilden Westen ausgerichtet. Wir tragen Cowboyboots und krempeln unsere Ärmel hoch, weil wir diesen Lifestyle mögen und wir uns so wohl fühlen.

Und dabei ist es mir völlig egal, was andere von mir erwarten oder mich komisch finden. Und das sollten Sie auch tun; leben Sie Ihre Vorstellungen und Träume.

Die heutige Übung:

- Kümmern Sie sich um Ihre gute Laune. Haben Sie mit voller Absicht Spass!
- Damit Sie schon mit einem Lächeln aufstehen können, machen Sie etwas Schönes bevor Sie schlafen gehen. Etwas, das Ihnen guttut und Sie fröhlich stimmt. Mit diesem Lächeln schlafen Sie ein, und stehen auch wieder damit auf.

Und zu guter Letzt nehmen Sie heute Abend ein leeres Buch und fangen an, Dinge aufzuschreiben, die Sie zum Lachen gebracht haben. Schreiben Sie 3 Dinge pro Tag auf und machen Sie das für drei Monate. So beginnen Sie, sich mehr und mehr auf diese Momente zu konzentrieren. Das hat zur Folge, dass Ihr ganzes Wesen fröhlicher und glücklicher wird – und Sie nicht länger warten müssen, bis die Fettnäpfe eines Trumps oder die Taten von sonstigen Helden des Alltags Ihr Leben bereichern.

Auch Frau Humuffel tut gerne ihre Meinung kund. Jeden Montagmorgen in Ihren E-Mail-Postkasten.

Freitag, November 4, 2016

„Ja schon, aber…“: Weltmeister im Ausreden erfinden

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Hirn schlägt Sie mit Ihren eigenen Waffen

„Ihr werdet als Deppen zurückkommen“, sagten die Skeptiker, und es klingelt ihnen in den Ohren in dieser Nacht. Es ist eiskalt, geschlafen wird wenig. Drei Uhr morgens, aufstehen, Tee kochen, Fertigmachen zum Abmarsch. Auf 8000 Meter ist das eine stundenlange Prozedur. Um sechs steigen die Österreicher Peter Habeler und Reinhold Messner endlich aus ihrem Zelt. Eisige Böen fegen über sie hinweg und fette Nebelballen verhüllen die Täler unter ihnen. Trotzdem stapfen sie los, mit bleischweren Beinen.

Als Deppen kamen sie nicht zurück, sondern weltberühmt: Die zwei Bergsteiger haben den Mount Everest ohne künstliche Sauerstoffversorgung bestiegen.

Nun fragen Sie sich vielleicht, was mangelnder Sauerstoff mit Business zu tun haben könnte. Das ist wieder eine ganz spannende Sache und ich erklärs ihnen gleich. Zuvor gibt’s noch 2 Fragen an Sie. Nummer eins:

• Sagte sich Reinhold Messner wohl vor seiner Mission: „Eigentlich will ich ja diesen vermaledeiten Berg hinauf, aber hier unten atmet es sich deutlich besser“ und brach seine Mission ab?

Nicht wirklich, gell? Ein bisschen lächerlich, diese Vorstellung. Von so einem mutigen Mann würden Sie sowas nie denken. Hätte er aber machen können. Zum Beispiel aus diesen Gründen.

- Ihm drohten: Absterbende Gehirn- und Gewebezellen,
- plötzliche Bewusstlosigkeit, und
- Verlust von Konzentration und Denken.

Kurzum: Jedem vernünftigen Menschen erschien das Besteigen des Mount Everests ohne künstlichen Sauerstoff als Himmelfahrtskommando. Die zwei sind trotzdem hinauf – niemals hätten sie sich davon abbringen lassen.

Nächste Frage:

• Wie viele Gründe können Sie mir jetzt sofort aufzählen, warum SIE heute nicht nach einer Gehaltserhöhung fragen können, warum Sie nicht an Ihrem Selbstbewusstsein arbeiten wollen, warum Sie diese Verantwortung nicht übernehmen können, warum Sie Ihren Job nicht an den Nagel hängen, obwohl sie ihn gar nicht mögen…

Da kommt bestimmt so einiges zusammen. Und das, obwohl es Ihnen nicht auf 8000 Meter an den Kragen geht. „Kann man ja nicht vergleichen“, meinen Sie? Doch, kann man. Denn es ist ganz einfach:

• Irgendetwas hindert Sie daran, mit Ihren Gedanken ein „Reinhold Messner“ zu sein.

Da haben wir’s!

Wann hören Sie auf, Ihr Denken zu manipulieren?

Sie finden diese Ansage ein wenig kühl? Muss wohl am Einstieg liegen. Nachdem ich jedoch mit vier Coaching-Kandidaten hintereinander an diesem Thema arbeiten durfte, hab’ ich mir gedacht, dass das sicher auch die eine oder den anderen unter Ihnen betrifft.

Wir sind wahre Meisterinnen und Meister darin, uns selbst zu manipulieren. Wir benutzen so oft Worte mit einem unsicheren, negativen Touch, dass wir das gar nicht mehr bemerken. Dazu gehören:

- „Ja, aber…“
- „Immer ich…“
- „Das geht nicht, weil“
- Vielleicht könntest du ja… „

Wir sagen lieber, was nicht geht, anstatt was geht. Wir haben immer ein „ja, aber…“ in petto. Und wir finden immer Gründe, warum wir etwas nicht können.

Diese Zweifel und Negativität haben Auswirkungen auf Ihr Gehirn

Die Negativität beginnt, nach mehr Futter zu suchen. Das löst schlechte Stimmung aus, betrübt und macht uns auf die Dauer traurig. Dieser Negativitätszirkel überträgt sich sogar auf den Körper – unsere gesamte Körpersprache beginnt, negativ zu werden. Und das nehmen die anderen wahr.
Das ganze Trauerspiel ist ein gefundenes Fressen für Stresshormone, die der Körper in diesem Zustand vermehrt bildet.
Wir sind nicht mehr belastbar, ärgern uns über unwichtige Dinge und haben das Gefühl, dass sich plötzlich ein Malheur ans nächste reiht. Unser Denken und unser Auftreten zieht nämlich die vorhandene Negativität magisch an.

Vielleicht hilft ihnen noch ein anderer Vergleich, damit Sie es sich besser vorstellen können:

Nehmen wir das Essverhalten. Wenn wir von jetzt auf plötzlich damit anfangen, uns Schokolade und Chips zu verbieten, machen sich Entzugserscheinungen bemerkbar. Die Gedanken drehen sich nur noch um das, was man nicht mehr darf. Der Körper verlangt nach den süchtig machenden Stoffen in diesen Lebensmitteln und macht uns die Hölle heiss, wenn er nicht bekommt, wonach ihm giert.

Ebenso ist es mit Gedanken und negativen Worten. Das Hirn schlägt mit jenen Gedanken zurück, mit denen wir es füttern.

Zum Glück können Sie das per sofort unterbinden, weil Sie wissen, dass alle Ihre negativen Gedanken Folgen haben.

Mit Yvonne Villigers Humortechniken.

Nehmen Sie die Kopfstandtechnik.

Sobald sie anfangen, negativ zu denken, machen Sie den Kopfstand. Natürlich nicht physisch, sondern gedanklich. Und so geht’s:

1. Statt sich ständig mit „warum muss immer ich…“ zu quälen, denken Sie sich genau das Gegenteil von dem, was Sie fühlen: „Ich bekomme diese Chance, weil ich zuverlässig bin, oder weil meine Chefin mir vertraut.“

2. Wenn Sie denken: „Immer muss ich anrufen, von Ihr kommt nix.“ Ab in den Kopfstand: „Ich rufe sie an, denn ich telefoniere lieber als sie.“

3. Und wenn Sie sich über einen Kunden nerven, der ständig reklamiert, ändern Sie die Nervensäge-Gedanken: „Oh, der Kunde ist aufmerksam und interessiert. Unsere Produkte erfüllen also hohe Erwartungen.“

Denken Sie an den Everest-Messner!

Probieren Sie es aus und heimsen Sie unauffällig Lorbeeren ein: Gute Laune ist nämlich ansteckend.

Mehr Kniffe gibt’s in meinem Buch.

Mittwoch, Oktober 19, 2016

Mensch ärgere dich nicht: Schon damals hat’s nicht funktioniert

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Womit wir im Alltag unnötige Energie verpulvern – und wie wir es ändern können

Sie sind auf den Weg zu Ihrem Job. Fröhlich flitzen Sie der Autobahn entlang, womöglich ein Liedchen trällernd. Ihr Schatz hat Ihnen einen Abschiedskuss gegeben und die Kids sahen so richtig niedlich aus. Ein bisschen freuen tun Sie sich auch auf Ihren Tag, denn Sie treffen den lustigen Kollegen zum Mittagessen. Doch plötzlich: Ein Stau! Ihre gute Laune bekommt einen Knacks, aber Sie lassen sich nicht unterkriegen. Doch mit Ihrer Gelassenheit ist es fast vorbei, als Sie diesen Idioten von Links-Rechts-Schlängler vor sich entdecken. Plötzlich fällt Ihnen wieder die olle Nachbarin ein, die um 04:30 das Garagentor mit dermassen Schmackes zugehauen hat, dass Sie vor Schreck senkrecht standen.
Als Sie dann noch den Hornochsen im X5 erspähen, der auf dem Pannenstreifen stinkfrech an Ihnen vorbeirast, ist es um Sie geschehen: Sie schlagen mit hochroter Rübe die Handballen auf Ihr Steuerrad und fluchen lauthals.

Na, Puls schon etwas erhöht?
Dann fange ich jetzt an, von den tollen Werbe- und Versicherungsanrufen zu erzählen ☺

Zugegeben, es ist eine große Kunst, in solchen Situationen die Ruhe zu bewahren. Besonders, wenn Sie heute einen gewissen „nicht mein Tag“ haben.

Weltmeister im Probleme sammeln

Wir sind heutzutage schneller denn je auf 180. Oftmals sind es Kleinigkeiten, doch diese summieren sich im Lauf des Tages zu einem grossen Ärgernis. Meistens fängt das morgens an, weil wir uns über den Wecker nerven. Diese „schlechte Laune im Kopf“ kann sich auf den ganzen Körper auswirken (z.B. mit Verspannungen und einer geduckten Körperhaltung). Unser Hirn bekommt von Ihnen die Botschaft, dass es ein „alles läuft schief Tag“ ist: So sammeln wir munter schlechte Laune weiter, weil wir mit diesen Gedanken im Kopf all die weiteren Ärgernisse anziehen, die da draussen auf uns warten. Unser Körper versteift in der Ärgerhaltung und strahlt das schliesslich auch aus – Mitmenschen und Kollegen nehmen Sie als unfreundlich und miesepetrig wahr. Dass Ihre Kollegen an solchen Tagen einen weiten Bogen um Sie machen, ist daher kein Wunder.

Ebensowenig verwunderlich: Wir sind darauf getrimmt, diesen Ärger Tage, Monate und manchmal sogar Jahre mit uns rumzuschleppen.

Kraftvolles Tool für unseren Alltag

So wundervoll es eigentlich ist, dass wir mit unseren Gedanken unser Hirn beeinflussen, wir sollten nie vergessen, dass da wo unsere Gedanken sind, auch unser Fokus liegt. Dass sich dieser Fokus im Aussen manifestiert, ist die logische Folge: Wenn Sie sich zum Beispiel einen neuen hellblauen Fiat kaufen möchten, sehen Sie den Wagen plötzlich überall. Sogar dann, wenn Sie denken, dass es ihn eigentlich gar nicht so oft gibt. Das geschieht, weil Sie gedanklich auf den Fiat fixiert sind und Ihren Fokus darauf haben – Ihre Wahrnehmung reagiert anders, weil Ihr Hirn die Botschaft „das ist wichtig“ aussendet.

Dieses Gesetz ist so kraftvoll, dass wir es am besten FÜR uns nutzen, und uns nicht davon manipulieren, oder unsere Gedanken an der freien Leine spazieren lassen sollten. Probieren Sie die heutige Übung aus, sie hilft Ihnen, Ihre Gedanken zu meistern.

1. Nehmen Sie einen Notizblock oder ihr Handy und schreiben Sie sich alles auf, worüber Sie sich im Laufe des Tages ärgern.

2. Beginnen Sie, die Liste am Abend abzuarbeiten. Überlegen Sie, was Sie jetzt sofort ändern können: Wenn Sie Ihr Wecker anödet, dann schaffen Sie sich einen an, der nicht nervt. Ich erwache jeden Morgen zu meiner Lieblingsmusik. Oder wenn Sie sich im Morgenverkehr aufregen, dann machen Sie sich bewusst, wie viel Ärger Sie das kostet und die ganze Aufregerei gar nichts bringt. Oder gehen Sie einfach früher aus dem Haus ☺

3. Als nächsten Schritt machen Sie mal einen „Hammer-Fröhlich-Tag“. Jedes Mal, wenn Sie sich ärgern, arbeiten Sie mit der Humor Kopfstandtechnik. Das heißt, dass Sie bewusst das Gegenteil von dem denken, was Sie fühlen. Lächeln Sie, entspannen Sie sofort Ihr Gesicht und freuen Sie sich beispielsweise daran, dass Sie viel besser Autofahren können als all die anderen :-))

„Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch“

Wenn Sie denken, dass das Technik-Gedöns eine Heidenarbeit ist und Sie schon wieder etwas Neues in Ihren Alltag integrieren sollten, aber überhaupt keine Lust dazu haben, weil Ihr Kopf sowieso schon zu voll mit miesen Gedanken ist, dann wird Sie diese Aussage freuen:
Das Hirn kann sich nicht gleichzeitig ärgern und freuen. Einfach erklärt: Sobald Sie lachen, beginnt Ihr Hirn, sich zu entspannen und Glückshormone auszuschütten. Stress und Ärger haben keinen Platz mehr. Wichtig ist einzig, dass Sie sich entspannen, bevor sich der Ärger aufbauen kann. Wenn Sie sich und Ihre Gedanken in den Griff bekommen, geht das immer schneller, auch wenn es Ihnen anfangs mühsam erscheint.
Viel Erfolg!

Ich kenne jemand, die ist Weltmeisterin im schlaue Sprüche sammeln. Melden Sie sich für die süss-saure Frau Humuffel an.

Auch in meinem Buch gibt’s mehr zum Thema.

Mittwoch, Oktober 5, 2016

Kein Kinderspiel: Wie wir unserem Nachwuchs die Kindheit klauen

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Wo führt uns unser „Vorbilddenken“ hin?

„Heute mach ich, was ICH will,“ meint Marc zu seinem Bruder und grinst. „Zuerst essen wir nur Gummibärchen zum Frühstück. Mit Kakao. Danach gehen wir zu Ayvar und Jenny und dort können wir am Pool spielen. Ich schubse dich auch nicht rein, Kevin, versprochen! Wir können zusammen Jenny ärgern!“
„Darf Asterix auch mit?“
„Nein, Kevin, der muss doch hierbleiben und auf Mama und Papa aufpassen.“
„Ach ja, schade.“
„Komm, zieh dich an, ich will endlich los…“
„Aber die Schule, Marc, ich…“ „Shht“, unterbricht ihn Marc ungeduldig. „Heut pfeifen wir auf Regeln. Komm jetzt!“

Lachend schleichen sie sich aus dem Haus. Glückliche Kinderherzen. Sind Ihnen die Tage auch wie lange, spannende Abenteuer vorgekommen? Mir jedenfalls schon. Ich erinnere mich ans Rumtoben im Wald, wilde, ungebändigte Lebensfreude. Wie sah Ihr perfekter Tag aus als Kind?

Doch Moment: Im Film gäbe es jetzt dieses typisch-zerreissende Geräusch, dass den Zuschauer von jetzt auf gleich wieder in die Realität zurückholt. Genauso ist es bei mir und meinem Blog auch – da wird nicht rumgeträumt, sondern Tacheles geredet.

„Eine Generation, die zunehmend in den besten Lebensjahren mit Burnout zu kämpfen hat, entwirft für ihre eigenen Kinder einen Lebensweg mit noch mehr Tempo, noch mehr Leistung, noch mehr “Förderung”. Sie funktioniert Kindergärten zu Schulen um, weil sie glaubt, Kinder, die früh Mathe lernen, seien schneller am Ziel.“

Hang on – an welchem Ziel? Das hat sich Wissenschaftler und Kinderarzt Herbert Renz-Polster gefragt. Und ich mich gleich mit ihm. Unter anderem hat mich der Text darüber grübeln lassen, was für ein Bild wir unserem Nachwuchs vermitteln und welche Rollen wir ihnen aufdrängen.

Wir Erwachsenen sind das Ergebnis unserer Erziehung, der Gesellschaft und unseres Denkens. Wir sind geprägt davon, alles immer perfekt im Griff zu haben, keine Schwäche zu zeigen. Im Web und auf den Social Media zeigen wir unser Leben von der besten Seite – Fehler und die traurigen, schwachen Momente des Lebens haben keinen Platz mehr. Wirklich erstaunlich, wie perfekt wir alle sind!

Nun machen Sie aber mal halblang: Wo kommen denn die ganzen Probleme der Menschen her? Und was ist denn das für ein „Vorbild“, das wir nach Aussen hin zeigen; Menschen, die zuhauf auf dem Zahnfleisch laufen, ausgebrannt, stressgeplagt, emotional verkümmert und zudem noch handygesteuert? Internet- und TV-Präsenzen, die nur auf Äusserlichkeiten achten und uns reindrücken müssen, wie toll ihr oberflächliches Leben ist?

Ich glaube, dass wir jetzt die Rollen, wie wir unseren Kindern und der nächsten Generation aufzwingen, hinterfragen sollten. Es fängt doch schon dabei an, dass wir ständig Erwartungen an unsere Kinder haben. Unser Kleinen müssen schon in ihren ersten Lebensjahren den Wünschen ihrer Eltern entsprechen – oder für ihre unerfüllten Träume geradestehen.

Dass das erst der Anfang ist sagt Sally Shuttleworth der welt.de. Sie ist Autorin des Buchs „Der Geist des Kindes: Kindesentwicklung in Literatur, Wissenschaft und Medizin.“

Ihre Sorge dreht sich um Kinder, die zu früh zu viel leisten müssen. Sie bezieht sich zwar auf Wunderkinder, aber alle Eltern halten ihre Kinder für etwas Besonderes und wollen „nur das Beste für sie.“ Ihre Sorge ist, dass Kinder zu früh ausgebrannt sind und ihre Leistungen nur den Eltern zuliebe zeigen.

Wollen wir wirklich noch mehr Arbeiterzombies?

Das kann für die Maßstäbe eines vernünftig denkenden Menschen abstruse Ausmasse annehmen: 11 Milliarden US-Dollar gaben die Amerika für College-Vorbereitungen aus, senden Kinder in Elite-Vorbereitungsschulen und setzen sie dort noch mehr Erwartungen aus.

Haben Sie sich schon mal überlegt, was die weiteren Folgen sind? „Das Produkt all dieses Elternehrgeizes seien übermüdete Kinder, denen die College-Zulassung den Schlaf raubt und die ihre Tage unter der minutengenauen Planung ihrer diktatorischen „Tiger-Mütter“ verbringen müssen“, meint die Autorin des oben zitierten Berichts. Sie hat recht. Es handelt sich um das Heranzüchten einer neuen Generation unglücklicher Horden von Arbeiterzombies! Und Menschen, die nicht zu ihren Fehlern stehen können, weil sie denken, dass sie schwach sind.

Aber wie sollen wir lernen, privat und auch im Business zu Fehlern zu stehen, wenn wir von unseren Eltern und Vorbildern gelernt haben, dass sie perfekt sind?

Doch dieser Perfektionismus ist es, der uns genau dahin bringt, wo wir uns im reifen Alter befinden: Mit einem dicken, fetten Fragezeichen über dem Kopf, was das Ganze hier eigentlich soll.

Zeit für die Notbremse

Da haben Sie keine Lust drauf? Gratuliere. Glauben Sie’s mir, ich auch nicht. Doch so ganz einfach ist es nicht, aus verfahrenen Gewohnheiten auszubrechen. Wie wunderbar, dass ich mir heute eine Übung ausgedacht habe, die Ihre Denkweise fordert. Drehen wir den Spiess doch einfach mal um!

Für die nächste Woche ist es Ihr Ziel, sich zu dem zu machen, was Ihr Kind ist. Nicht umgekehrt. Statt Ihr Kind zu dem zu machen, was Sie sind, bemühen Sie sich in den Sandkasten und rutschen die Rutsche runter. Sie schauen nicht nur zu, sondern machen gleich mit. Lassen Sie den Lausbuben und das Lausmädchen rein und machen Sie sich keine Gedanken, was die anderen denken. Das bringt Spass und Freude.

Wenn Sie keine Kinder haben, lasse ich Sie aber nicht einfach vom Haken: Borgen Sie sich welche von Ihren Freunden. Die dürfen Sie über den Spielplatz jagen, bis Sie aus der Puste sind. Oder Sie laden sie in den Europapark oder ins Spieleland ein.

Muntert Sie nicht nur schon die Vorstellung eines solchen Tages auf? Was glauben Sie ist ein bewusster Tag abseits von Druck, Stress und Geld Ihrer Seele wert?

Falls das Thema Sie weiter interessiert: Dieser Link führt zu einer Onkel Gernot Videoquelle, die ich genial finde und zum Text passend ist.

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Samstag, September 10, 2016

Loslassen, das Leben droht!

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Warum Sie mit Ihrem Selbstvertrauen stehen und fallen

„Pferdebilder. Fransenbluse, Cowboyhut und Cowboystiefel. Sag mal Yvonne, willst du das wirklich durchziehen?“, entgeistert schaute mich mein Kollege an. „Also die Idee mit der Lockerheit und dem Humor finde ich ja noch gut, aber dieser Westernaufzug? Damit machst du dich zur Lachnummer. Ganz ehrlich: Damit wirst Du im Business nicht ernst genommen.“

Wenn ich mich an meine Anfänge erinnere, staune ich noch, wie viele erfolgreiche Menschen mir damals abgeraten haben, als Cowgirl aufzutreten und authentisch zu bleiben. Ich zu sein. Worte wie „Bloss nicht mit dem Hut ins Business“. waren an der Tagesordnung, ebenso wie: „Und dann noch das Thema Humor? Das ist viel zu schwierig.“ Hmpf.

BLA. BLA. BLA.

Und wissen Sie was? Da pfiff ich drauf! Ich habe mich von nichts und niemandem umstimmen lassen. Das heisst nicht, dass es einfach war; im Gegenteil, viele Male habe ich gezweifelt und war auch schon drauf und dran, den Bettel hinzuschmeissen. Aber ich ging meinen Weg. Stets voran.

Der wichtige Punkt ist, dass ich damals einen unerschöpflichen Vorrat an Selbstvertrauen hatte und Mut bewiesen habe. Und ganz ohne Selbstbeweihräucherung: Ich musste vieles wagen -

Verloren oder gewonnen?

Und habe gewonnen! Ich bin für meinen Biss sowie meine Authentizität belohnt worden und bin heute einfach nur glücklich, dass ich ein (Berufs)Leben leben kann, das mich wirklich glücklich macht. Und das war wirklich nicht einfach. Nerven, Geld, Zeit… von allem hat dieser Werdegang genügend gekostet. Ohne Selbstvertrauen, Mumm und der unerschütterlichen Unterstützung meiner besten Menschen wäre es vielleicht auch anders gekommen.

Interessanterweise hat mein geschäftlicher Selbstvertrauens-Werdegang nicht nur mit dem Business zu tun. Es gab eine Schlüsselzeit in meinem Leben, als ich wusste: „Egal was passiert, ich schaffe alles!“

Damals quittierte ich meinen Job, weil ich einfach die Nase voll hatte und ausbrechen musste. Ich beschloss mehr oder weniger spontan, für 3,5 Monate nach Neuseeland und Australien zu reisen. Mit Schiss im Bauch sass ich im Flieger: Ich war noch nie so lange verreist und dann auch noch ohne etwas zu buchen…unvorstellbar! Es hätte in die Hose gehen können. Ich habe mir Sorgen gemacht und hätte vor Angst mit eingezogenem Schwanz nach Hause zurückkehren können.
Bin ich aber nicht. Ich bin über mich hinausgewachsen, sprang Fallschirm trotz Höhenangst, habe entgegen ärztlichem Rat (Kurzatmigkeit) das Tauchbrevet gemacht, bin von einem 10 Meter Felsen ins Wasser gesprungen und habe alleine eine Dschungeltour unternommen. Als ich am Schluss wieder nach Hause flog, wusste ich genau, dass mich nichts mehr umhauen kann. DAS hat mir Selbstvertrauen gegeben.

Lieber sicher unzufrieden als LOSgeLASSEN

In meinen Coachings arbeite ich immer am Selbstvertrauen. Wenn dieser Punkt unstimmig ist, fühlt man sich nicht wohl und traut sich nur wenig zu. Man hat Angst, bleibt lieber in der Routine stecken und wagt nichts, damit man ja nichts falsch machen kann. Das Problem dabei: Man bleibt einfach stecken. Und versumpft im Alltag.

Vielfach tun wir Dinge nur, weil es uns jemand sagt. Seien es die Eltern, der Partner, die Schule, die Gesellschaft… die Liste von „man tut es nicht“-Sagern ist lang. Wer tut heute schon das, was wirklich zu ihm passt? Leider führt das dazu, dass wir nicht authentisch sind und der Erfolg – und das Glück – ausbleiben. Wir sind aber nicht auf der Welt um so zu leben, wie uns andere gerne haben möchten.

Um den Kreis meiner Geschichte zu schliessen: Wenn ich damals kein Selbstvertrauen gehabt hätte, hätte ich mich von den Bedenkträgern und sonstigen Schwarz/Weiß-Dinosauriern sicherlich sehr beeinflussen lassen.

Ausbruch? Ich gratuliere.

Wenn das Selbstvertrauen für Sie ein Thema ist – und glauben Sie mir, Sie befinden sich in bester Gesellschaft – dann habe ich heute ein echtes Tool-Schmankerl für Sie.

3 Schritte für mehr Selbstvertrauen

Erstens: Als erstes definieren Sie für sich eine richtig grosse Herausforderung, die Sie sich auf keinen Fall zutrauen.

Zweitens: Schreiben Sie sich auf, wie Sie sich fühlen würden, wenn Sie diese Herausforderung schon gemeistert hätten. Schliessen Sie die Augen und lassen Sie Ihr Hirn mittels Auto-Suggestion seinen Job machen. Sehen Sie sich selber zu, wie Sie es geschafft haben. „Baden“ Sie in dem Gefühl des Erfolgs. Riechen Sie die Klarheit der Luft, stellen Sie sich die freudigen (oder neidvollen) Blicke der anderen vor. Egal was Sie sich vorstellen, bleiben Sie so lange wie möglich und immer wieder in diesen Gefühlen drin und seien Sie einfach stolz auf sich – ja, im Voraus.

Drittens: Nun schnappen Sie sich Ihre Herausforderung in „Realtime“ und stellen sich Ihr. Das stärkt Sie und gibt Ihnen die Chance, sich selbst besser kennenzulernen.

Woraus Ihre persönliche Herausforderung besteht, spielt keine Rolle. Es hängt immer mit Ihrem Selbstvertrauen zusammen. Vertrauen Sie sich selbst? Wie ist Ihr Selbstwert dabei – was sind Sie sich wert?

Diese Fragen sind wichtig.
Wichtig ist auch, dass Sie sich selber sind. Oder sich bemühen, sich selbst zu werden. Denn wer, wenn nicht Sie, kann Sie selbst sein?

Geben Sie mir doch ein Feedback zu diesem Bericht. Es interessiert mich, welche Herausforderungen Sie gerade meistern.

Wussten Sie, dass ich darüber auch in meinem Buch berichte? Hier mehr Infos.

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Donnerstag, August 25, 2016

Juppi, heut’ mach ich mich selbstständig…

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Selbstständigkeit ist die absolute Freiheit. Oder?

„So. Der wird mir schon bald nicht mehr auf der Nase herumtanzen!“, dachte sich Oliver, als er den Kündigungsbrief an seinen Chef in den Briefkasten pfefferte. Gedanken wie „tun und lassen, was ich will!“, und „was die können, kann ich eh schon seit 25 Jahren“, zogen an ihm vorbei. Beschwingt und pfeifend tritt er den Heimweg von der Post an. Schliesslich darf er sich auch freuen, er hat „Mut zur Selbstständigkeit“ bewiesen und den Plan in die Tat umgesetzt.

Warum Oliver heute trotzdem bei mir im Coaching sitzt, will ich von ihm wissen. „So hatte ich mir das irgendwie nicht vorgestellt. Weißt du Yvonne, ich hatte es so satt, mich rumkommandieren zu lassen und ständig etwas zu tun, was keinen Sinn ergibt. Dann noch die schlechte Stimmung bei uns und die Angstmache der Chefs, dass wir in dieser Wirtschaftslage um unsere Jobs fürchten müssen!”, sprudelte es aus ihm heraus.

„Ich weiss, dass ich 1A auf meinem Gebiet bin. Auch mein Umfeld ist mir ständig damit in den Ohren gelegen, dass ich es alleine probieren soll. Was mir jedoch niemand gesagt hat, ist, wie anstrengend es ist, sich selbstständig zu machen! Ich bin ja auch nicht mehr 30! Also im Kopf zwar schon“, witzelte er und pausierte „aber ich bin oft sehr müde. Weißt du, seit ich selbstständig bin, fühle ich mich wie ‘das Mädchen’ für alles! Ich mache nur noch Dinge, die vorher die anderen Abteilungen der Firma für mich gemacht haben. Und dann das Verkaufen! Liegt mir gar nicht. Zeit habe ich für gar nichts mehr! Ich arbeite nur noch, aber das schlimmste ist, dass die Kasse trotzdem leer bleibt! Obwohl ich dachte, alles hätte sich geändert, muss sich etwas ändern!“

Als er mich so anblickt sehe ich ihm an, unter welchem Druck er steht. Was ist passiert? Er hatte unterschätzt, dass „selbstständig sein“ bedeutet, dass man nur noch gefühlte 20 Prozent der Arbeit macht, die man eigentlich liebt. Der Rest? Planen, organisieren, buchhalten, werben?! Jawohl.
Vor mir sass also der Prototyp des „großen Erwachens“ mit der Selbstständigkeit: Total ausgebrannt, keine Lust mehr an der Arbeit und schlichtweg lahmgelegt.

Das bedeutet es tatsächlich, selbstständig zu sein

Das löst natürlich Frust aus. Wir werden unglücklich und beginnen unter diesem Druck zu leiden. So verschlechtert sich die Alltagslaune, was oftmals genau die Menschen zu spüren bekommen, die wir am meisten lieben.
Hinzu kommt die Angst vor dem Versagen. Anstatt die Notbremse zu ziehen, ackern wir weiter; oftmals bis zur Erschöpfung. So funktionieren wir nur noch auf „Autopilot“ und können nicht mehr zurück.
Wenn Sie auch selbstständig sind, dann kennen Sie die tollen Sprüche wie „Du bist ja selbstständig, du kannst dir die Zeit frei einteilen.“ Ja super; welche Zeit denn – die zwischen Mitternacht und Morgengrauen?

Falls Ihr rosaroter Traum von der Selbstständigkeit gerade ein paar Kratzer abbekommen hat oder Sie sich etwas ertappt fühlen, dass Ihnen das „selbstständig sein“ gar nicht so gut gefällt, dann verzagen Sie nicht! Es muss nämlich nicht so sein. Die Selbstständigkeit kann so schön sein und richtig Spass machen. Ich bin sehr glücklich damit!
Mir geht es lediglich um einen Realitäts-Check. Und auch darum, dass Sie sich das teure Lehrgeld sparen, dass ich auf meinem Weg bezahlt habe. Denn niemand sagt uns, was es wirklich bedeutet, „selbstständig“ zu sein; dass man ständig am ackern ist, dass man auch dann investieren muss, wenn man eigentlich gar kein Geld hat und – in der Kasse erstmal Ebbe herrscht.

Selbstständig: Tipps von einem alten Hasen im Geschäft

Auch wenn Ihr Business anders ist als meines, gibt es einige Erfahrungen und Tools, die ich sehr gerne mit Ihnen teile. Es gibt einen besonders wichtigen Punkt, mit dem alles steht oder fällt.

Auch wenn niemand Anderes an Ihre Idee glaubt:
SIE MÜSSEN FELSENFEST VON SICH ÜBERZEUGT SEIN UND WISSEN, DASS ES FUNKTIONIERT.

Wenn Sie das können, dann schaffen Sie auch den Rest. Ich habe auch wenige Male die Freude am Arbeiten verloren. Immer dann, wenn ich mich um Dinge gekümmert habe, die ich einfach nicht kann. Deshalb mein erster Tipp:

1. Suchen Sie sich für die Dinge, die nicht Ihren Talenten entsprechen, professionelle Leute. Das heisst zwar, dass Sie auch dann investieren müssen, wenn kein Geld reinkommt, aber machen Sie nicht den Fehler, dass Sie sich mit Dingen abrackern, die Sie nicht gerne tun. Das kommt Sie teuer zu stehen, denn Ihre verbrauchten Nerven bezahlt Ihnen niemand. Machen Sie nicht den Fehler, dass Sie alles selber zusammenschustern. Das nicht professionell und schadet Ihnen mehr, als es etwas nützt. Ich spreche aus Erfahrung, denn ich habe während meinen Anfängen Freunde von mir gebeten, meine ersten beiden Homepages zu machen und mir meine Werbung selbst zusammengeschustert. Das wirkte alles andere als professionell, und deshalb wurde ich auch nicht gebucht. Klar war es eine günstige Lösung, aber gebracht hat es gar nichts. Investieren musste ich später nämlich doppelt.

2. Sie müssen nicht gleich von 0 auf 100. Es gibt die Möglichkeit, nebenher zu arbeiten. Ich habe beispielsweise einige Jahre noch einen Halbtagsjob gehabt, damit ich Geld in meine Leidenschaft investieren kann und mich nicht unter meinem Preis verkaufen muss. Wenn Sie nichts auf der Seite haben, dann empfehle ich diesen Punkt besonders, denn „nichts wert sein“ schwächt Ihr Selbstvertrauen. Und das benötigen Sie mit einem eigenen Geschäft ganz dringend.

3. Gerade in schwierigen Momenten ist es einfach „ich kann nicht“ zu denken, weil kein Geld für Investitionen da ist. Ein Trugschluss! Schauen Sie mal ganz ehrlich hin, wofür Sie Ihr Geld so ausgeben. Es gibt Dinge, da zucken wir nicht mit der Wimper, wenn wir sie kaufen. Und für die eigene Person reicht es nicht?? Das geht so nicht, denn das wichtigste in Ihrem Leben sind Sie; wenn Sie überfordert sind, hat niemand etwas davon. Investieren Sie in sich selber, auch wenn Sie denken, dass sie das „jetzt grad nicht können.“

4. Manchmal dürfen Sie hohe Einsätzen wagen. Ich habe sogar mein Buch selber herausgegeben, obwohl das Budget gar nicht vorhanden war. Deshalb habe ich mich auf die Suche nach einem Sponsor gemacht. Es gibt so viele Menschen die einem wirklich helfen und unterstützen wollen, wenn sie merken, wieviel Leidenschaft in Ihrer Arbeit steckt.

Merken Sie, dass es in jeder Situation Alternativmöglichkeiten gibt? Wenn Sie ehrlich mit sich selbst sind, dann haben Ausreden keine Chance mehr. Wenn Sie zweifeln, dann stärken Sie sich mit den Gedanken an alternative Lösungswege. Welche haben Sie, damit es funktioniert?

Achten Sie auch auf die Menschen, mit denen Sie sich umgeben. Lassen Sie sich von Menschen unterstützen, die den Weg in die Selbstständigkeit schon hinter sich haben. Erfinden Sie das Rad nicht neu, aber nehmen Sie nur Tipps von Menschen, die wissen wovon sie sprechen. Mich haben viele tolle Menschen auf meinem Weg begleitet, die mich unterstützten und immer wieder inspirieren. (Zum Beispiel mein Freund Thomas Hirt, Fabrizio Lugano, Michael Rossié, Margrit Hertlein, die Menschen der Firma Trion, Angela Kubli, Horst Veitl, Sandra Gräfin Bernadotte - und noch viele mehr)

Haben Sie eine Frage zum Thema oder möchten Lob, Kritik oder sonst etwas loswerden? Ich freue mich über Post